Chronik

Wie es zur Entscheidung kam, das Spital in Bad Säckingen zu schließen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 30. August 2020 um 13:49 Uhr

Kreis Waldshut

Eine Chronologie zeigt, wie es zur Entscheidung kam, das Spital in Bad Säckingen zu schließen und ein Zentralklinikum in Albbruck zu bauen.

2012: Die Spitäler GmbH schließt die Geburtenstation im Bad Säckinger Spital.
Februar 2015: Die Spitäler Hochrhein GmbH hat Pläne zum Bau eines Zentralspitals bei Albbruck und zur Schließung der Standorte Bad Säckingen und Waldshut. Waldshuts damaliger OB Albers: "Nur abstrakte Überlegungen." Es liegt jedoch bereits ein Gutachten dazu vor.

Juli 2015: Unter dem Druck der Öffentlichkeit legt der Landkreis Waldshut ein Gutachten öffentlich vor. Es sieht den Bau einer Zentralklinik vor, gleichzeitig die Beibehaltung beider Standorte Bad Säckingen und Waldshut bis zur Fertigstellung des zentralen Hauses.
Oktober 2015: Landratsamt und Beraterfirma stellen Gesundheitspläne im Bad Säckinger Gemeinderat vor und ernten heftige Kritik. Ebenfalls im Oktober gründet sich die Initiative "Pro Spital".
Juli 2016: Es wird bekannt, dass die Sterilisation und Teile des Labors im Spital Bad Säckingen geschlossen und nach Waldshut verlegt wurden. In den nächsten Monaten erfolgt die Demontage des Krankenhauses mit Schließung der OP-Säle zwecks Sanierung und Einschränkung der Notfallambulanz auf Tagbetrieb.
August 2016: 1200 Menschen demonstrieren für den Erhalt des Spitals.



15. Februar 2017:
Der Kreistag Waldshut beschließt, das Bad Säckinger Spital für 12,8 Millionen zu ertüchtigen, um den Betrieb bis zur Fertigstellung einer Zentralklinik zu gewährleisten.
19. Mai 2017: Die OP-Säle in Bad Säckingen werden leergeräumt.

6. Juli 2017: Sozialminister Manfred Lucha pocht auf das Zentralspital. Für die Aufrechterhaltung des Spitalbetriebs bis zur Inbetriebnahme eines zentralen Hauses stellte er Zuschüsse in Aussicht. Anträge werden nie gestellt.

18. Juli 2017: Spitäler-Geschäftsführerin Simone Jeitner kündigt zum Jahresende. Einen Tag später spricht Jeitner von einem Asbest-Problem im Spital Säckingen, das die Sanierung verteuern werde.

26. Juli 2017: Landrat Martin Kistler stellt den Sanierer Hans-Peter Schlaudt als Geschäftsführer vor.

11. August 2017: Die Asbest-Behauptungen der Noch-Geschäftsführerin Simone Jeitner erweisen als falsch.

19. Oktober 2017: Sanierer Schlaudt legt drei Zukunftsvarianten für die Spitäler Hochrhein vor. Eine davon ist die Schließung Bad Säckingens.

4. November 2017: Landrat Kistler empfiehlt, das Bad Säckinger Spital zu schließen.

8. November 2017: Der Kreistag beschließt die Schließung. Geschäftsführer Schlaudt sagt, dass er nicht ausreichend Personal für Bad Säckingen habe. Danach ergreifen Kreisräte das Angebot, dass die für die Spitalsanierung geplanten 12,8 Millionen für einen Bad Säckinger Gesundheitscampus verwendet werden.

31. Dezember 2017: Das Bad Säckinger Spital macht dicht.

13. April 2018: Der Waldshuter Kreistag reduziert per nicht-öffentlichem Beschluss die zwölf Standortvorschläge für das Zentralklinikum auf sechs mögliche Standorte: In der engeren Wahl sind noch Albbruck, Dogern, Waldshut-Tiengen, Weilheim und Wutöschingen.

1. Juli 2018: Nach langem Hin und Her geht die Trägerschaft für das Krankenhaus Waldshut in die Hände des Landkreises über. Zuvor hatte der Spitalfonds Waldshut eine 60-prozentige Mehrheit in der Spitäler Hochrhein GmbH gehalten.

13. Juli 2018: Empörung in Bad Säckingen über den Anbau am Krankenhaus Waldshut. Die Sanierung des Klinikums Hochrhein in Waldshut soll 24 Millionen kosten. Laut Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt sei der Anbau darin enthalten.

März 2019: Der Kreistag Waldshut entscheidet über Albbruck als Standort des neuen Zentralklinikums. Weiterhin erfährt die Öffentlichkeit ansonsten wenig zum weiteren Vorhaben.

März 2020: Per Eilentscheidung nach Rücksprache mit den Kreistagsfraktionen beauftragt Kistler das Stuttgarter Architektur- und Stadtplanungsbüro Baldauf mit der Erstellung der Masterplanung für den Gesundheitspark Hochrhein, der Basis für den Bebauungsplan sein.

April 2020: Mit Albbruck bringt der Kreis einen Planungskostenvertrag auf den Weg. Damit verpflichtet sich der Landkreis, die Kosten des Bebauungsplanverfahrens und der dafür notwendigen Vorbereitungen für das künftige Bebauungsplangebiet "Gesundheitspark Hochrhein, Albbruck" zu tragen.

Juli 2020: Laut Landratsamt soll ein Kommunikationskonzept entwickelt werden. Ziel sei es, die Bevölkerung und Interessenvertreter zu informieren.

26. August 2020: Spatenstich für den Anbau am Klinikum Hochrhein in Waldshut. Die Masterplanung im Kreis Waldshut soll im Herbst abgeschlossen werden.