Besucheransturm

Wanderer und Radler sollen Wege im Biosphärengebiet nicht verlassen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 08. Juni 2020 um 11:21 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Immer mehr Menschen zieht es in die Natur. Der Geschäftsführer des Biosphärengebiets freut sich darüber zwar – sorgt sich aber andererseits um seltene Tier- und Pflanzenarten.

In Zeiten der Corona-Krise entdecken viele Menschen die Natur vor ihrer Haustür und sind dort unterwegs. Insbesondere an Wochenenden ist es an manchen Treffpunkten auch im Biosphärengebiet Schwarzwald inzwischen so voll geworden, dass sich Experten Sorgen um die Erhaltung seltener Pflanzen und Tiere machen, heißt es in einer Pressemitteilung des Biosphärengebiets.

Geschäftsführer Walter Kemkes: "Wir freuen uns über das große Interesse und bitten dringend darum, auf geschützte Tiere und Pflanzen Acht zu geben. Helfen Sie mit, die einmalige Artenvielfalt im Südschwarzwald zu erhalten." Viele Besucher handelten nicht vorsätzlich, sie seien sich der Folgen ihres Verhaltens jedoch nicht bewusst, berichtet Kemkes aus eigener Erfahrung und Anschauung. "Die Natur ist aber inzwischen viel anfälliger durch menschliche Störungen geworden – insbesondere in sensiblen Phasen wie den aktuellen Brut- und Blühzeiten", sagt der Biosphärengebiets-Geschäftsführer. Die Bestände seien in vielen Bereichen rückläufig oder hätten mit den Folgen von menschlicher Nutzung zu kämpfen. "Wir bitten um Rücksichtnahme", so Kemkes.

Wege nicht verlassen, keine Pflanzen ausgraben

Er ruft dazu auf, auf den Wegen zu bleiben und Tiere nur aus der Ferne zu beobachten. Auch das Pflücken oder Ausgraben von seltenen Pflanzen, das wilde Campen abseits von definierten Plätzen und das Querfeldeinfahren mit dem Mountainbike sind in bestimmten Bereichen verboten. Hunde sollen an der Leine geführt werden, außerdem sollen Beschilderungen beachtet werden, die besonders sensible Zonen ausweisen, etwa Kernzonen oder Naturschutzgebiete.

Bedrohte Arten könnten gestört und verdrängt werden, heißt es in der Mitteilung des Biosphärengebiets. Oft seien bedrohte Pflanzen klein und unscheinbar oder würden übersehen. Insbesondere an stark frequentierten Aussichtspunkten sei dies ein unterschätztes Problem. Etwa am Belchen seien solche Kratzspuren der Zivilisation wie Bodenerosion viel deutlicher sichtbar geworden als in früheren Zeiten. Die Ranger des Biosphärengebiets sind während der Pfingstferien unterwegs und werden die Menschen ansprechen und informieren.