FRAGEN SIE NUR!: Immer dem Schnabel nach

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 17. Oktober 2020

Umwelt & Natur

Warum verfliegen sich Zugvögel nicht?

Eine Standardantwort auf diese Frage gibt es nicht. Vögel, die im Frühjahr und Herbst ihren Standort wechseln, bedienen sich – oft abhängig von der Art – verschiedener Mechanismen, um den Weg zu finden. So gibt es beispielsweise den Sonnenkompass, den Sternenkompass und das Magnetfeld. "Wichtig sind aber auch optische Landmarken, vor allem tagsüber", sagt Gernot Segelbacher, Ornithologe an der Universität Freiburg. Zudem werde diskutiert, welche Rolle Gerüche spielten. "Und dann gibt’s natürlich eine genetische Komponente und eine erlernte", sagt Segelbacher. Dank der Gene finden etwa Jungvögel auch ohne ihre Eltern in das Wintergebiet. Falsch ist aber, dass Vögel sich nicht verfliegen. Es kommt vor, dass Vögel abseits der Zugrouten oder Verbreitungsgebiete auftauchen. "Das hängt auch mit Wetterereignissen zusammen", sagt Segelbacher. Nach starken Weststürmen tauchen an den Küsten vermehrt Hochseevögel auf, außerdem findet man an den Westküsten vermehrt Irrgäste aus Nordamerika. Ähnliches gilt für Ostströmungen. "Das sind für viele Vogelbeobachter die Highlights", sagt Segelbacher, "handelt es sich dabei doch oft um sehr seltene Arten in unseren Breiten."

Noch Fragen? Fragen Sie nur! Per E-Mail an fragen@badische-zeitung.de