Heitersheim

Warum zwei Künstlerinnen an einem Bild malen und welche Rolle Kühe dabei spielen

Sarah Löffler

Von Sarah Löffler

Di, 21. Juni 2022 um 06:39 Uhr

Heitersheim

Die Künstlerinnen Carolin Höfler aus Heitersheim und Sylvie Schmitt aus Haßfurt kommen aus unterschiedlichen Genres und wagten ein gemeinsames Experiment: das Projekt "Cowwork".

Was im Winter als Gedanke begann, trägt nun farbenfrohe Früchte. Die befreundeten Künstlerinnen Carolin Höfler aus Heitersheim und Sylvie Schmitt aus Haßfurt kommen aus ganz unterschiedlichen Genres und wagten doch ein gemeinsames Experiment. Daraus sind zehn Kunstwerke entstanden, die in der Werkgalerie "Das Atelier" von Carolin Höfler in Heitersheim zu sehen sind.

Die Kunst ließ sie nicht los. Schon als Kind war Carolin Höfler fasziniert von der Malerei, machte ein Studium zur Grafik-Designerin und Umwege als erfolgreiche Unternehmerin, fand aber später doch noch zur Berufung und "den Faden fürs Handwerk", wie sie es nennt. In ihrer Galerie fertig die Künstlerin ihre Werke aus Aquarell und Acryl auf Leinwand und Papier. Überregional bekannt ist sie vor allem durch ihre ausdrucksstarken Porträts von Kühen, die in ihrer Gegenständigkeit nun mit der Abstraktion von Sylvie Schmitt verschmelzen.

Zwei ganz unterschiedliche Vorgehensweisen

Die ist nicht nur Künstlerin, sondern auch Yogalehrerin und Buchautorin und wurde ebenfalls schon als Kind von der Malerei verzaubert. Reisen inspirierten die Frau, die sich selbst als Sammlerin von Farben und Eindrücken bezeichnet. Und diese Welt der Farben, die ihr "Energie und Kraft" schenken, findet sich in ihren Bildern wieder, die bereits auf der Art Brüssel und in der "Van Gogh Art Gallery" in Madrid ausgestellt worden sind.

Aus einem ersten Kennenlernen der beiden Frauen in der Kunstakademie in Bad Reichenhall und der Faszination für die Bilder der jeweils anderen, wuchs schnell eine Freundschaft, die nun im Projekt "Cowwork" mündet.

Zwei Stile, ein Werk: Zwar malen beide Künstlerinnen ihre Werke mit Acryl, wobei man, wie Höfler lachend erklärt, "richtig mit dem Pinsel drauf gehen kann", doch haben sie dabei ganz unterschiedliche Vorgehensweisen. Während die Heitersheimerin ihre Bilder auf der Grundlage systematischer Vorbereitung ausarbeitet, abfotografiert, detailreich plant und vorbereitet, arbeitet die Fränkin Schmitt instinktiv und emotional. Ihre Bilder sprechen mit ihr, erklärt Sylvie Schmitt, alles entsteht direkt am Bild. "Ich starte meine Bilder nach Gefühl. So wie meine Laune an dem Tag ist, sprudeln die Farben aus mir heraus und erst im Laufe des Bildes denke ich darüber nach, wo es mich hinführen könnte."

Farbe ist für Schmitt magisch, kann viel mehr als bunt. "Farbe kann die Laune heben, kann heiter, aber auch depressiv stimmen. Farbe ist ein Kommunikationsmittel", schwärmt sie.

Manche der Bilder wurden zwei Mal hin und her geschickt

Beim ersten Treffen zum Projekt haben sie sich noch in der Mitte in Heidelberg getroffen, sagt Carolin Höfler, und nach der Bildbesprechung einen schönen Tag gemacht. Der weitere Austausch erfolgte dann per Post – in Serie. "Immer wenn ein Päckchen von Sylvie kam, war es für mich, wie Weihnachten", erzählt Höfler schmunzelnd.

Manche der Bilder wurden sogar zwei Mal hin und her geschickt, bis sie fertig waren. Das gemeinsame Kunstprojekt erfordert auch Vertrauen und Respekt, denn jede Künstlerin durfte im Werk eigenständig verändern, auch die Malerei der anderen Künstlerin. "Sowas macht man nicht mit jedem", sagt Sylvie Schmitt.

Doch wann ist ein Bild denn fertig? Wenn es sie tief emotional anspricht, erklärt Carolin Höfler. Und wie kommt eigentlich die Kuh ins Bild? "Dass ich Kühe male, ist eigentlich reiner Zufall", erzählt sie und schwärmt: "Kühe sind einfach wunderschöne Tiere mit unglaublichem Ausdruck. Sie begleiten die Menschen schon sehr lange und haben dadurch so eine emotionale Wertigkeit." Und: Viele Menschen finden Kühe einfach toll.

Cowwork: Bilderserie, Ausstellung bis 15. September im Werkatelier in der Johanniterstraße 67, Heitersheim, geöffnet montags, mittwochs und donnerstags von 11 Uhr bis 13 Uhr, donnerstags von 16 Uhr bis 19 Uhr.