Aktion Weihnachtswunsch

Wegen einer psychischen Krankheit kann eine junge Freiburgerin nicht arbeiten

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Do, 02. Dezember 2021 um 09:00 Uhr

Freiburg

Ihre Erkrankung hat eine junge Frau erwerbsunfähig gemacht. Die schmale Rente reicht nur für das Nötigste – einen Backofen kann sie sich nicht leisten. Dabei träumt sie davon, mal wieder backen zu können.

Sie ist noch jung, hat sich inzwischen aber notgedrungen auf ein dauerhaftes Leben mit wenig Geld eingerichtet: Sarah L.* ist Mitte 30 und wegen ihrer psychischen Erkrankung erwerbsunfähig. Durch ihre Medikamente fühlt sie sich stabil genug, um durch den Alltag zu kommen. Ihr Wunsch: Ein Backofen. Denn sie hat nur Herdplatten und kann sich mit ihrer Erwerbsunfähigkeitsrente und dem Wohngeld keine Anschaffungen leisten.

Die Zeiten, als Sarah L. ihr Studium abbrach, hat sie in sehr belastender Erinnerung. Sie hat zwei Anläufe gemacht, für geisteswissenschaftliche Fächer und auch eine Ausbildung begonnen. Aus allem musste sie aussteigen, erzählt sie: "Ich hatte keine psychische Kraft mehr." Danach habe sie sich jahrelang Vorwürfe gemacht: "Ich habe mich als Versagerin gefühlt." Davor lag eine Kindheit, die nicht einfach war. Als Sarah L. ein Kleinkind war, zogen ihre Eltern mit ihr aus dem Ausland nach Deutschland. Die Berufe der Eltern wurden hier nicht anerkannt. Der Vater versank immer mehr in seiner psychischen Erkrankung. "Er hat sich nicht mit mir beschäftigt, er lebte in seiner eigenen Welt", sagt Sarah L. Auch ihre Mutter hatte wenig Zeit für sie, weil sie ununterbrochen arbeitete, um die Familie über die Runden zu bringen. Später trennten sich die Eltern.

Medikamente helfen, den Alltag zu bewältigen

Nachdem Sarah L. ihre Studiengänge abgebrochen hatte, versuchte sie noch jahrelang, sich durch Rehas zu stabilisieren. Dann wurde sie als erwerbsunfähig eingestuft, weil sie zu wenig belastbar ist. Sie hat mehrere Diagnosen, unter anderem auch eine Angsterkrankung. Die Medikamente helfen ihr, sagt sie: "Ich brauche sie für alles, sonst habe ich keinen Antrieb und bin verloren." Doch die Medikamente machen sie auch benommen, sie hat ihre früheren Interessen verloren. Früher mochte sie Yoga und hat viel gelesen. Jetzt macht sie den ganzen Tag nicht viel außer einzukaufen, ihre kleine Ein-Zimmer-Wohnung zu versorgen und viel spazieren zu gehen. Umso wichtiger sind diese alltäglichen Dinge nun für sie geworden. Doch sie hat nur Herdplatten zum Kochen und vermisst einen Backofen. Sie träumt von Gerichten wie Flammkuchen, Pizza, Ofenkartoffeln und Lasagne – und auch davon, endlich mal wieder Backen zu können.

*Name geändert
Aktion Weihnachtswunsch:

Spendenkonto Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, IBAN: DE77680501010002399506, BIC: FRSPDE66XXX. Stichwort "Aktion Weihnachtswunsch". Gezielte Spenden sind nicht möglich, alles fließt in einen Topf, aus dem dann Zuschüsse verteilt werden. Sachspenden können aus organisatorischen Gründen leider nicht entgegengenommen und vermittelt werden.