Wehr-Öflingen

Das Weckglas: Wie eine Wehrer Firma Deutschland geprägt hat

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Fr, 24. Juli 2015 um 17:05 Uhr

Wehr

Kirschen im Winter? Heute reicht ein Griff in die Kühltruhe – oder in den Vorratsschrank. Die Firma Weck in Wehr-Öflingen hat die Vorratshaltung der Deutschen geprägt.

Öflingen im Jahr 1907, vielleicht blühten die Apfelbäume, vielleicht blies schon der erste Herbststurm über den Humbel. Jedenfalls wurde Hochzeit gefeiert in dem Dorf am Flüsschen Wehra, unweit der Schweizer Grenze. Die Festgesellschaft lachte, tanzte und speiste, was die Küche hergab. Am Ende blieben zwei Birnen übrig, in einem Weck-Glas dauerhaft konserviert. Noch heute zeugen die eingeweckten Birnen im Archiv der Firma Weck von der Hochzeit damals. Inzwischen gibt es längst Tiefkühltruhen und Öflingen wurde in die Stadt Wehr eingemeindet, aber die J. Weck GmbH & Co. KG hat dort immer noch ihren Sitz – seit mittlerweile 115 Jahren.

GLAS IST NICHT GLEICH GLAS
Die Erdbeere ist das Markenzeichen des Traditionsunternehmens. Auf den ersten Gläsern noch klein und unscheinbar, wie eine Walderdbeere an einem Stängel hängend und mit Blättern umgeben. Als die Einkochgläser dann nicht mehr mundgeblasen, sondern maschinell hergestellt wurden, musste ein schlichteres Logo her. Seither prangt die pralle, blattlose Erdbeere mit den vier Buchstaben auf den Gläsern. Aber nicht auf allen, denn Weck stellt auch gesichtslose Verpackungsgläser für die Industrie her. Die Konservengläser zum Zuschrauben machen sogar den mit Abstand größten Teil der Produktion aus. Der deutsche Imkerverband füllt seinen Honig in Gläser aus dem Hause Weck, die Firmen Stute, Zentis, Faller und Simmler ihre Marmeladen.

Wichtiger für das Image des Mittelständlers sind aber die Einkochgläser, die schon bei der Großmutter im Keller standen und derzeit beim ernährungsbewussten Städter eine Renaissance erleben. Sie tragen den Namen Weck in die Welt. ...

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