Interview

DKP-Chef Patrik Köbele: „Ich wollte auf der Seite der Arbeiter stehen“

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Sa, 05. September 2015

Weil am Rhein

BZ-INTERVIEW mit dem Bundesvorsitzenden der DKP, Patrik Köbele aus Weil am Rhein, über die Vorzüge des Kommunismus und der Markgräfler Lebensart.

WEIL AM RHEIN. Von den meisten Weilern bislang unbeachtet ist ein Sohn dieser Stadt zwischenzeitlich zum Bundesvorsitzenden der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) aufgestiegen. Patrik Köbele (53) hat dieses Amt auf ehrenamtlicher Basis seit 2013 inne. Seit vielen Jahren lebt er in Essen, wo er auch schon Stadtrat war. Aufgewachsen ist er jedoch in Weil am Rhein. Und obwohl er seit 1981 seinen Lebensmittelpunkt erst nach Stuttgart und dann ins Ruhrgebiet verlegt hat, ist sein Alemannisch immer noch von bester, ungefärbter Qualität. Hannes Lauber hat mit ihm gesprochen.

BZ: Herr Köbele, mit ihrem Familiennamen verbinden sich für viele Weiler lebhafte Erinnerungen. Vater und Mutter waren Personen, die man kannte in der Stadt.
Köbele: Das stimmt wohl. Mein Vater Otto hat sich als Künstler einiges Ansehen erworben, leider ist er aber bereits 1973 gestorben, als ich elf Jahre alt und meine Brüder Peter und Lutz junge Erwachsene waren. Für unsere Mutter Dorothea war das eine gewaltige Herausforderung. Mit einer Handsiebdruckpresse, die mein Vater irgendwo gekauft hatte, gründete sie daraufhin eine Druckerei, um sich und uns Buben durchzukriegen.

BZ: Und die Mutter gehörte dem Weiler Stadtrat an. Haben Sie von ihr die Neigung zur Politik geerbt?
Köbele: Das kann man nicht sagen. Es war eher anders herum. Unsere Mutter wurde von mir und meinen Brüdern politisiert. Wir waren schon als Jugendliche politisch aktiv. Ich engagierte mich für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Weil am Rhein und schloss mich der Weiler Ortsgruppe der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) an. Die Jusos kamen nicht in Frage, nachdem sich ...

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