Kickboxen

Weltmeister: Filip Topic holt sich den Titel zurück

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Do, 23. Mai 2019 um 22:06 Uhr

Sonstige Sportarten

Er ist lang wie ein Basketballer: Der 24-jährige Hinterzartener Kickboxer Filip Topic dominiert bei der Fight-Night in Freiburg und holte sich im WM-Kampf den im Vorjahr verlorenen Titel zurück.

KICKBOXEN. "Ich bin sehr glücklich," sagt Filip Topic und strahlt. Bei der siebten Champions Fight-Night des Clubs Exit Asia in der voll besetzten Sporthalle der Staudinger Schule in Freiburg erkämpfte sich der Kickboxer aus dem Hochschwarzwald seinen vierten Weltmeistertitel im K 1. Rund 1200 Kickbox-fans, darunter viele aus dem Hochschwarzwald, jubelten dem 24-jährigen Athleten aus Hinterzarten zu. Sein Bruder David war eigens aus Siroki Brojeg in Bosnien-Herzegowina angereist. "Vor heimischer Kulisse einen solchen Erfolg zu feiern ist besonders schön", so Topic.

Die Vorgeschichte zu diesem Titelkampf begann vor gut einem Jahr. Im März 2018 hatte Topic als Titelverteidiger in Würzburg eine knappe Niederlage hinnehmen müssen. Eine Schmach, die er tilgen wollte: "Ich brannte auf eine Revanche." Doch sein damaliger Gegner hat sich in die nächsthöhere Gewichtsklasse verabschiedet. Der Titel der International Sport Kickboxing Association (ISKA) im K1 bis 85 Kilogramm war vakant und Topic erster Anwärter für einen Kampf um die Krone. Der weltweit größte Verband in dieser Sportart nominierte Ricardo Barreto vom Stall BanTha Non Gym in Lyon. Topic bereitete sich speziell auf den WM-Kampf in Freiburg vor: "Du musst dich vor den Stärken des Gegners schützen und dessen Schwächen ausnützen." Doch wegen eines Todesfalls in seiner Familie musste Barreto vier Tage vor dem Kampf absagen. Mit Songo Bols entsendete die ISKA einen anderen Franzosen: "Der war mir völlig unbekannt," so Topic. Bols, ein ehemaliger Thai-Boxer, hatte offensichtlich die Videos im Internet studiert und sich gut auf den in Hinterzarten heimischen Kickboxer eingestellt.

Der Hauptkampf kurz nach Mitternacht war die 19. Begegnung an diesem Abend in Freiburg. Zuvor ging es um europäische sowie nationale Ehren in verschiedenen Kategorien. Die Halle tobte, als Topic den Ring betrat. Mit 2,02 Metern überragte er seinen Gegner deutlich. Seine große Reichweite ist bei der Kombination aus Faustschlägen und Fußtritten stets ein Vorteil für Topic. Mit Front-Kicks versuchte Topic den Franzosen auf Distanz zu halten: "Das ist mir nicht so recht gelungen. Er suchte immer wieder den Clinch." Während der Deutsche seinen Gegner mit Kniestößen in den Bauch und auf die Oberschenkel empfindlich traf, setzte der Franzose auf Lowkicks und Fußfeger.

Es war ein Kampf auf Augenhöhe und die Frequenz in allen Runden hoch. Topic konnte die ersten drei sowie die fünfte Runde knapp für sich entscheiden, die vierte ging an seinen Gegner. Als der Ringrichter das Urteil der dreiköpfigen Jury (50:45, 49:46,49:46) verkündete, riss der Kämpfer von Exit Asia die Arme hoch. Topic hatte seinen vor Jahresfrist verlorenen WM-Titel zurück. Trainer und Manager Nils Loton nahm ihn im Ring in die Arme. Topic ist aktuell zweifacher Weltmeister bei der ISKA.

Je einen Titel hat er beim World Fightsport und Martial Arts Council (WFMC) und dem World Martial Arts Committe (WMAC). Seine Gesamtbilanz: 59 Kämpfe, 48 Siege, elf Niederlagen. Derzeit muss Topic sein angeschwollenes linkes Knie schonen und das Training etwas reduzieren. "Aber solche aktiven Pausen tun auch gut." Der 24-jährige angehende Elektriker ist dankbar, dass er bislang nie größere Verletzungen erlitten hat: "Das ist ein Geschenk Gottes." Sportlich sieht er sich auf dem richtigen Weg. Für den Sommer sind die nächsten Kämpfe geplant, mit einem klaren Ziel.

"Ich möchte so viele Titel wie möglich sammeln", sagt Topic. "Eines Tages will ich Profi werden. Das ist mein größter Traum."