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Wenn die Rechtsschutzversicherung nicht zahlt

Peter Grieble

Von Peter Grieble

So, 16. Mai 2021 um 13:52 Uhr

Wirtschaft

Ein Ehepaar muss sich wegen eines Problems in einer Mietsache einen Anwalt nehmen. Ihre Rechtsschutzversicherung will ihnen die Kosten nicht erstatten. Doch das Ehepaar wehrt sich.

Wegen eines Problems in einer Mietsache gingen die Eheleute A. zu einem Rechtsanwalt. Der Jurist stellte eine Vorschusskostenrechnung in Höhe von 1200 Euro und eine Deckungsanfrage beim Rechtschutzversicherer der Eheleute. Vom Versicherer erhielt der Anwalt die Auskunft, dass kein Versicherungsschutz bestehen würde. Seine Mandanten müssten die 1200 Euro selbst zahlen.

Das Paar fiel aus allen Wolken: Für solche Fälle hatte es doch jahrelang Beiträge an die Rechtsschutzversicherung gezahlt. Auf Nachfrage teilte der Versicherer mit, dass er die Zusage nicht erteilt habe, da nach einem Beitragsrückstand der Vertrag gekündigt worden sei. Der Rückstand war jedoch nicht entstanden, weil die Eheleute nicht zahlen konnten oder wollten, sondern weil ein Beitrag einmalig, aus welchen Gründen auch immer, nicht von ihrem Konto abgebucht worden war.

Der Versicherer hätte die Eheleute für eine Kündigung über den Rückstand und die Konsequenzen informieren müssen. Einen solchen Brief hatten Herr und Frau A. jedoch nie erhalten. Die Kündigung sei daher nicht wirksam, erfuhr das Paar bei der Verbraucherzentrale.

Doch die Versicherung verweigerte weiterhin den Rechtsschutz. Daraufhin legte die Verbraucherzentrale dem Versicherer die Rechtslage dar. Nach einem zweiten Schreiben lenkte der Versicherer schließlich ein und teilte mit, dass der Vertrag fortbestehen würde und er dem Anwalt die Deckungszusage erteilt habe.
Peter Grieble ist der Spezialist der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg für Versicherungsfragen.
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