Mit Gewinn leben

Wer Wohnraum schafft, darf deutlich mehr abschreiben

Jörg Strötzel

Von Jörg Strötzel

So, 15. November 2020 um 14:57 Uhr

Wirtschaft

Eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist für viele immer schwieriger. Deshalb unterstützt die Bundesregierung Vermieter, die neuen Wohnraum schaffen – mit der Möglichkeit zur Sonderabschreibung.

Eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist für viele immer schwieriger. Deshalb unterstützt die Bundesregierung Vermieter, die neuen Wohnraum schaffen: Bis zu 5 Prozent auf maximal 2000 Euro pro Quadratmeter Anschaffungs- oder Herstellungskosten über einen Zeitraum von vier Jahren darf ein Vermieter absetzen – zusätzlich zu den bestehenden Abschreibungsmöglichkeiten.

Voraussetzung für diese "Sonderabschreibung nach Paragraf 7b EStG" ist, dass der neue Wohnraum im Jahr des Kaufs oder Baus und in den folgenden neun Jahren vermietet wird – Verkauf und Eigennutzung sind ausgeschlossen. Außerdem muss der Bauantrag nach dem 31. August 2018 und vor dem 1. Januar 2022 gestellt werden. Und die Baukosten dürfen nicht mehr als 3000 Euro je Quadratmeter der neuen Wohnfläche betragen.

Ein Beispiel: Herr Müller vermietet ein Haus und möchte das Dach ausbauen. So schafft er 240 Quadratmeter neuen Wohnraum, den er später vermietet. Die Baukosten je Quadratmeter liegen bei 3000 Euro. Der Bauantrag wurde am 1. Oktober 2020 genehmigt. Die gesamten Baukosten liegen bei 720 000 Euro. Davon sind 480 000 Euro förderfähig (240 Quadratmeter x 2000 Euro).

Die jährliche Sonderabschreibung beträgt 24 000 Euro (5 Prozent von 480 000 Euro) – über vier Jahre kann Herr Müller also insgesamt 96 000 Euro abschreiben. Und zwar zusätzlich zur regulären "Absetzung für Abnutzung" (AfA) der Baukosten in Höhe von 2,0 beziehungsweise 2,5 Prozent pro Jahr.
Jörg Strötzel ist Steuerberater und Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH). Sie erstellt für Mitglieder die Einkommensteuererklärung. Beratungsstellen: http://www.vlh.de