Praktisch

Wie Autofahrer in Südbaden Parkscheine per App bezahlen können

Carolin Johannsen

Von Carolin Johannsen

Mo, 22. November 2021 um 15:35 Uhr

Südwest

Einige Kommunen in Südbaden bieten einen digitalen Kaufservice für Parkscheine an. Wir stellen die wichtigsten Apps und deren Funktionsweise vor – und zeigen, worauf man sonst achten muss.

Ein Tippen auf dem Smartphone und schon ist das Parkticket gebucht. Unkompliziert, schnell und bargeldlos soll das Parken per App sein, deswegen setzen immer mehr Kommunen auf digitale Parktickets.

Parken per App, die Idee hatten einige Unternehmen, weswegen die Auswahl an Park-Apps entsprechend groß ist. Aber nicht jede App funktioniert an jedem Standort. Deutscher Marktführer ist Easypark – die App kann in mehr als 2200 Städten in Europa genutzt werden, in der Region zum Beispiel in Emmendingen oder Waldkirch. Ebenso verbreitet ist Pay By Phone, einige Kommunen nutzen auch Parkster – so Titisee-Neustadt und Gengenbach.

Praktisch: Viele Apps erinnern an das Ende der Parkdauer

Park-Apps unterscheiden sich oft in ihren Funktionen. Die genannten haben eines gemeinsam: Sie ermöglichen den Parkscheinkauf über die App. "Wir machen urbanes Leben einfacher", heißt es von der Firma Easypark. Statt sich nach dem Parken auf den Weg zum Parkautomaten zu machen, müssen App-Nutzer nicht einmal das Auto verlassen, um einen Parkschein zu kaufen. Dafür muss nur die zuvor über den Google-Playstore oder den Apple-Store heruntergeladene App geöffnet werden. Diese fragt nach der Handynummer und möchte Kennzeichen und Zahlungsweise wissen, dann kann der Parkvorgang beginnen.

Die App erkennt den Standort des Fahrzeugs, die Nutzer können dann die Parkdauer wählen und starten. Vor Ende der Parkdauer bekommen sie eine Mitteilung auf ihr Smartphone gesendet und können sich dann auf den Weg zurück zu ihrem Fahrzeug machen oder die Parkdauer per App verlängern. Sollte der gewählte Parkplatz eine maximale Parkdauer haben, erkennt die App das.

Die Kommune muss nur Schilder aufstellen

"Park-Apps sind super bequem", sagt Stefanie Sigmund, Pressereferentin der Stadt Waldkirch. Seit einem halben Jahr nutzt die Stadt Easypark als digitalen Parkservice. Die Entscheidung für diesen Anbieter fiel, weil schon Emmendingen gute Erfahrungen mit dessen App gemacht hatte. Außerdem war der Arbeitsaufwand für die Stadt niedrig. "Wir mussten nur noch Schilder aufstellen, mehr nicht", erzählt Sigmund. Um alles weitere habe sich Easypark gekümmert.

Die Parkzeiten kontrollieren weiterhin Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdiensts, indem sie das Autokennzeichen scannen. Für die Stadt erleichtert die App dennoch die Arbeit. Es falle weniger Kleingeld an, so Sigmund. Und da Parkautomaten regelmäßig ausfallen, könne man mit der App dann trotzdem ein Parkticket kaufen. Inzwischen werden rund sieben Prozent aller Parktickets in Waldkirch über Easypark gekauft. "Es ist ein toller Service für die Bürger, wir sind sehr zufrieden", resümiert die Pressesprecherin.

"Für Parkende wird ein weiteres Bezahlmedium geschaffen, so spart man sich Kleingeld" Oliver Buttler
"Man muss sich natürlich trotzdem fragen, brauche ich das wirklich", sagt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Park-Apps seien im Alltag nicht immer notwendig. Allerdings seien sie oft praktisch. "Für Parkende wird ein weiteres Bezahlmedium geschaffen, so spart man sich Kleingeld", führt Buttler aus. Man solle sich aber zuvor informieren, ob sich die Nutzung auch finanziell lohne, sagt er. Es gebe verschiedene Bezahloptionen, sogar monatliche Abos. Außerdem: "Man sollte nicht überall wahllos seine Daten angeben." Wer sich vorher über die App informiere, könne aber nicht viel falsch machen, so Buttler. "Park-Apps sind für Nutzer meistens ein Vorteil."

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