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Wie stellen sich die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Lörrach-Müllheim den Ausbau der A98 vor?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 02. September 2017 um 00:01 Uhr

Rheinfelden

Wir fragen die Kandidaten im Wahlkreis Lörrach-Müllheim: Der Bau der Hochrheinautobahn verläuft auch wegen strittiger Trassenfragen zäh. Sehen Sie eine Option, das Projekt zu beschleunigen?

Armin Schuster, CDU:

"Wir sind in der glücklichen Lage, dass der Bund genügend Geld zum Weiterbau der bereitstellt. Jetzt ist es an uns, mit Geschlossenheit vor Ort dafür zu sorgen, dass die Planungen schnell voranschreiten. Mit der Offenlage im Herbst erreichen wir eine wichtige Zwischenetappe.

Wir sollten uns jetzt möglichst gemeinsam für die am zügigsten zu realisierende Variante entscheiden, also die Fortführung auf der Bergtrasse und die Verlängerung des Abschnittes A 98.5 von Schwörstadt bis Wehr, damit dieser nahtlos so weitergebaut werden kann, dass eine wirksame Entlastung von Schwörstadt erreicht wird. Auch bei der Überdeckelung im Bereich Karsau/Minseln müssen wir noch optimieren."

Jonas Hoffmann, SPD:

"Um das Projekt zu beschleunigen, muss die Entscheidung für eine Trasse herbeigeführt werden. Es gibt einen Plan für die sogenannte "Konsenstrasse". Sie hat den Vorteil, dass sie im Gegensatz zur "Bergtrasse" nicht durch ein FFH -Gebiet (Flora Fauna Habitat) verläuft und von den Städten Wehr und Bad Säckingen akzeptiert wird.

So gibt es nach meinem Kenntnisstand keine Hindernisse für eine zügige Planfeststellung. Durch das Festhalten der CDU an der "Bergtrasse", verzögert sich das ganze Projekt, da von Seiten des Regierungspräsidiums gesagt wird, es braucht Einigkeit in der Frage, bis weiter gebaut werden kann."

Gerhard Zickenheiner, Grüne:

"Eine Entscheidung für die restliche Trassenführung sollte im Rahmen der jetzt noch möglichen Optionen unter Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes, der Wirtschaftlichkeit, zukünftiger Verkehrsentwicklungsaspekten und unter Berücksichtigung der Anliegerinteressen in Karsau und in den weiteren Orten entlang des Streckenverlaufes gefällt werden.

Enttäuschend ist, dass wir parallel zur A98 die Hochrhein-Elektrifizierung, deren Ausbau unserer Ost-West- Mobilität einen enormen Schub bringt und etwa ein Zehntel der A98-Restbaukosten ausmachen würde, nicht längst gestemmt haben. Das dokumentiert das Versagen unserer Verkehrspolitik auf Bundesebene."

Christoph Hoffmann, FDP:

"Die A 98 soll schnell und menschenverträglich gebaut werden. Ja die Planungsdauer ist immens, die Planfeststellung hatte 1984 begonnen und erst dieser Tage war Baubeginn am Herrschaftsbucktunnel, das ist viel zu langsam. Es sind nicht allein die strittigen Trassenfragen, sondern auch die mangelnde Effizienz bei Planung und Behörden.

Das ist kein Vorwurf an die Mitarbeiter, sondern die Behörden und dann die angerufenen Gerichte sind überfordert dank unzähliger Verfahren, Regeln, Erlasse und Vorschriften und geringer Personalstärke. Die Planungsabteilungen im Regierungspräsidium brauchen mehr Mittel und Personal auch um mehr Vergaben an private Büros zu ermöglichen."

David Trunz, Die Linke:

"Um das Projekt umweltfreundlicher zu gestalten und zügig zu zum Ende zu bringen, befürworte ich das Konzept einer bevorzugt ausgebauten Bundesstraße. Im übrigen stehe ich hinter dem linken Mobilitätskonzept, dass eine deutliche Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorsieht und den Individualverkehr reduziert. Denn dies wäre auch ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz."

Wolfgang Fuhl, AfD:

"Hier wird das Versagen der bisherigen Bundestagsabgeordneten besonders ersichtlich. Statt alle an einen Tisch zu holen und eine Lösung für alle zu erarbeiten, wurde in Klein-Klein-Manier bis zu sieben Lösungen an den Bund eingereicht. Soll der Minister in Berlin entscheiden!? Auch sind bei der Überlegung alle baulichen Register zu ziehen, dazu gehören auch Tunnels und eine großzügige Trassenführung, die nicht unmittelbar zu jeder Gemeinde direkt führt. Es geht um Durchgangsverkehr! Hier ist zu klotzen und nicht zu kleckern."

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