Tanzhalle Freiburg

Wie war’s beim... Frollein-Flohmarkt in Freiburg nach zweijähriger Pandemie-Pause?

Anna Castro Kösel

Von Anna Castro Kösel

So, 05. September 2021 um 20:46 Uhr

Freiburg

Nach fast zwei Jahren Pandemie fand der Frollein-Flohmarkt am Sonntag wieder statt. Organisiert wird er von der Journalistin Gina Kutkat, zusammen mit der Badischen Zeitung.

Die Location: Die Veranstaltung gibt es seit 2012. Fast zwei Jahre lang konnte der Frollein-Flohmarkt Corona-bedingt nicht stattfinden. Der für 1. August geplante Neustart fiel wortwörtlich ins Wasser, weshalb die nunmehr 14. Veranstaltung wetterunabhängig in die Tanzhalle Freiburg verlegt wurde. Der Ansturm ist groß. "Es gab Schlangen über den ganzen Parkplatz", sagt Organisatorin Gina Kutkat. "Hier und da hat man gehört: Endlich wieder Flohmarkt!" In der Tanzhalle, verteilt über zwei große Räume, findet man an 38 Ständen Schuhe, Kleider, Schmuck und vieles mehr. "Corona war ja auch für viele eine Zeit des Ausmistens", so Kutkat, "das merkt man". Die Plätze für den Flohmarkt seien sehr begehrt schnell ausgebucht. Die Standgebühr beträgt 30 Euro, es müssen aber keine Tische und Stühle mitgebracht werden. "Die Standinhaberinnen kommen dann mit ihren Koffern angerollt und können direkt ihre Kleidung auslegen."

Die Stimmung: Aus den Boxen tönen leichte Elektro- und Pop-Beats. Von 11 bis 17 Uhr ist genug Zeit, sich mit Second-Hand- und Vintage-Kleidung einzudecken. Überall wird etwas anprobiert, gegenseitig beraten oder ein besonderes Teil entdeckt. "Es wurde Zeit, dass der Frollein-Flohmarkt wieder stattfindet", sagt Michaela Gankiewicz an ihrem Stand. Für sie laufe es heute "richtig gut". "Ein Stück Normalität kehrt zurück", bestätigen auch Standinhaberinnen Nadja Stiefel und Caro Serediuk. Trotzdem sei es für manche immer noch seltsam, dass Flohmärkte wieder möglich sind, erzählen sie. "Zwei Leute fanden es befremdlich, nach dem ganzen Abstandhalten in den Sachen fremder Leute zu wühlen. Es ist krass, dass das von einigen Menschen noch so empfunden wird." Die Freude über das möglich gemachte Flohmarkt-Schlendern lässt sich auch in Zahlen messen: 750 Menschen haben den Flohmarkt besucht. Draußen kann man am Stand der Eismanufaktur Erfrischungen holen, Liegestühle sind vor der Halle für eine kurze Shopping-Pause aufgestellt. Das Motto: Vor dem Herbstbeginn noch einmal zusammen mit Freundinnen und Freunden in entspannter, angenehmer Stimmung ein paar Schnäppchen machen und besondere Teile ergattern.

Die Geschichte hinter dem Frollein-Flohmarkt: Der Frollein Flohmarkt ist ein Mutter-Tochter-Projekt. "Ich habe immer zu Gina gesagt: Du und deine Freundinnen kauft immer zu viele Klamotten. Wie wäre es, wenn Ihr die mal untereinander tauscht oder verkauft?", erzählt Kutkats Mutter Renate Kannen. In den 60er- Jahren habe sie schon "Klamottentausche" organisiert, also sich mit ihren Freundinnen auf einen Wein oder Sekt getroffen und dabei untereinander Kleider getauscht. Somit war die Idee geboren. "Meine Mutter war von Anfang an mit im Team", erzählt Kutkat. "Ich habe bei den ersten Frollein-Flohmärkten noch allein an der Kasse gesessen und die Karten abgestempelt. Heute machen das drei Personen zusammen", sagt Renate Kannen und lacht. Wie es zu dem Namen kam? "Den haben wir uns zusammen mit Freunden überlegt. Frollein-Flohmarkt Freiburg hat sich für uns gut angehört", erinnert sich Kutkat. Der Name sei mit Absicht weiblich besetzt, da der Frollein-Flohmarkt ein Frauen-Flohmarkt ist. Dennoch solle sich niemand ausgeschlossen fühlen. "Alle sind willkommen", sagt Kutkat.
Rückblick: "Schrankleichen haben hier nichts verloren", BZ-Interview vom 11. Januar 2013