Jugendliche zu Fridays for Future

"Wir müssen die Politiker überzeugen"

Stephanie Streif, Dietmar Ostermann

Von Stephanie Streif & Dietmar Ostermann

Mo, 22. April 2019 um 10:36 Uhr

Südwest

BZ-Plus Seit Monaten demonstrieren Kinder und Jugendliche weltweit gegen die Klimapolitik ihrer Regierungen. Wir haben mit vier Jugendlichen aus Südbaden über Klimaschutz, Politik und Zukunft gesprochen.

Auch in Südbaden schlossen sich viele Schüler der Bewegung "Fridays for Future" an. Aber nicht alle Jugendlichen machen mit. Die BZ hat vier junge Menschen aus der Region an einen Tisch geholt, um von ihnen zu erfahren, wie ernst sie den Klimaschutz nehmen und wie sie ihre Zukunft sehen. Nicht immer waren die vier Schüler einer Meinung, gestritten wurde in der Runde aber nicht.
BZ: Wir wollen mit euch über den Klimawandel und die Schülerstreiks sprechen. Josue, Jaana, Jan und Liesa, wie habt ihr zum ersten Mal von "Fridays for Future" gehört?
Jaana: Kurz nachdem die Bewegung auch in deutschen Großstädten aufkam, rief mich eine Freundin an und meinte: "Jaana, überall in Deutschland sind gerade Schulstreiks, wir müssen mitmachen." Dann ging alles ganz schnell: Einen Tag später war die Ortsgruppe gegründet, und zwei Wochen später fand die erste Demo statt.
Liesa: Bei uns war es ein Lehrer, der uns "Fridays for Future" erklärt hat.
Josue: Er meinte, dass wir etwas gegen den Klimawandel tun sollten.
Jan: Ich habe keinen genauen Zeitpunkt im Kopf. Ich vermute mal, dass ich in irgendeinem Online- oder Zeitungsartikel darüber gelesen habe. Der Klimaschutz interessiert mich. Verstärkt hat sich das Thema, als bei uns eine eigene Ortsgruppe gegründet wurde. Daran war ich allerdings nicht beteiligt.

BZ: Ist "Fridays for Future" in eurer Klasse ein großes Thema?
Jaana: Also ich bin damals in meine Klasse gekommen und habe gesagt: "Hey Leute, in zwei Wochen ist ein Streik, macht mit." Die Hälfte der Klasse wollte erst nicht. "Ne, das können wir doch nicht machen", haben sie gesagt. Bei der ersten Demo waren auch nur vier Leute dabei, bei der zweiten Demo waren es in unserer Stufe rund 30 von insgesamt 40 Schülerinnen.
Liesa: Die Hälfte der Klasse war interessiert, aber die Lehrer waren dagegen. Offiziell ist es ja auch verboten zu streiken, darum waren bei der ersten Demo nur vier Leute dabei. Beim zweiten Mal kamen dann mehr mit.
Jan: Einige Mitschüler wollten schon im Januar zu dem Streik nach Freiburg fahren. An dem Tag haben wir aber eine Arbeit geschrieben, darum waren nur einige Schüler aus der Parallelklasse in Freiburg. In unserer Klasse kam dann die Idee auf, eine Ortsgruppe zu gründen. Die nächste Demo fand dann bei uns statt, und zu der gingen dann auch fast alle in der Klasse.
"Das Signal ist deutlicher, wenn wir während der Schulzeit streiken." Jaana Hilberer BZ: Du auch?
Jan: Ich nicht. Ich bin zwar sehr für den Klimaschutz, ich frage mich aber, ob es Sinn macht, dafür nicht in die Schule zu gehen. Die Sache gewinnt zwar an Popularität, man bietet der Politik aber auch eine große ...

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