"Wir sind sensibler geworden"

Sigrun Rehm

Von Sigrun Rehm

Di, 23. Juni 2020

Gesundheit & Ernährung

BZ-Plus BZ-INTERVIEW mit dem Basler Psychiater Klaus Blaser zur Frage, wie man seine Ich-Grenze stärken und sich vor Stress schützen kann.

Stress, Angst, Ärger: Viele psychische Belastungen haben damit zu tun, dass die Betroffenen sich nicht gut abgrenzen können. Der Basler Psychiater und Psychotherapeut Klaus Blaser beschäftigte sich seit Jahren mit der sogenannten Ich-Grenze. Nun hat er ein Trainingsprogramm veröffentlicht, mit dem man in acht Wochen lernen kann, die eigene Grenze zu schützen. Im Gespräch mit Sigrun Rehm erklärt er, warum diese Fähigkeit gerade in Krisen wie der aktuellen Pandemie sinnvoll ist.

BZ: Die meisten Menschen haben kaum ein Bewusstsein für ihre Ich-Grenze, sagen Sie, Herr Blaser. Wie haben Sie selbst diese Grenze entdeckt?
Blaser: In der Psychiatrie und Psychotherapie begegnet einem die Ich-Grenze immer wieder, etwa bei C. G. Jung oder in der Traumaarbeit. Interessant ist, dass sie bisher niemand zu seinem Hauptthema gemacht hat. Ich selber kam über die systemische Aufstellung und die transgenerationale Traumaweitergabe dazu. Als ich sah, wie dabei Gefühle, Bilder und Erfahrungen zwischen Menschen weitergegeben werden, tauchte die Frage bei mir auf: Wo werden diese Erlebnisse aufbewahrt und auf welche Weise werden sie auf andere übertragen? So entstand ein räumliches Modell, mit dem man viele psychische und zwischenmenschliche Dynamiken besser verstehen kann.

BZ: Was ist die Ich-Grenze, wie entsteht sie und was kann sie beschädigen?
Blaser: Ich verwende die Metapher vom inneren Garten für ...

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