"Wir wollen Bewusstsein schaffen"

Danielle Hirschberger

Von Danielle Hirschberger

Di, 03. Dezember 2019

Rheinfelden

BZ-INTERVIEW mit Beate Pfriender-Muck vom St. Josefshaus zum Angebot der Gesundheitswoche für 1700 Mitarbeiter.

RHEINFELDEN-HERTEN. Gesund arbeiten bis zur Rente – dazu gehört ein Gesundheitsmanagement, macht Beate Pfriender-Muck, Personalleiterin des St. Josefshauses, bewusst. Zur Einrichtung mit allen Häusern gehören 1700 Mitarbeiter. Sie werden regelmäßig geschult, erhalten Vorträge und alle zwei Jahre eine Woche der Gesundheit als Angebot. In dieser Zeit geht es um Impfungen, richtige Schuhe, es gibt einen Sehtest für Mitarbeiter, die viel Zeit am PC verbringen, in der Kantine werden spezielle Speisen angeboten, und in den Pausen wird zur Bewegung mit Fachlehrerin Maria Fischer angeregt. Danielle Hirschberger sprach mit Beate Pfriender-Muck darüber.

BZ: Reicht eine Woche der Gesundheit im Jahr für die vielfältigen Aufgaben der Mitarbeiter im St. Josefshaus?

Pfriender-Muck: Die Schulungen finden kontinuierlich während des ganzen Jahres statt. Wenn ein Mitarbeiter einen Bewohner aus dem Bett holen möchte und er macht das nicht richtig, führt das mit der Zeit zu Rückenschmerzen. Durch die Schulung der KERgo Gruppe gibt es in unserer Einrichtung deutlich weniger Fälle von Muskel- und Skeletterkrankungen.

BZ: Was heißt KERgo Gruppe?

Pfriender-Muck: Die KERgo Gruppe wurde vor über 20 Jahren aus Mitarbeiterkreisen gegründet. KERgo setzt sich zusammen aus Kinästhetik, Ergonomie und Rücken. Die Gruppe berät und schult Mitarbeiter, damit sich die Mitarbeiter schonend verhalten und dem Bewohner die Möglichkeit zur Mithilfe gegeben wird. Niemand – weder Betreuer noch Betreute – soll gezogen oder gezerrt werden. Die Mitglieder gehen auch vor Ort und beraten am Bett. In der Woche der Gesundheit wollten wir dieses wichtige Angebot ins Bewusstsein rücken.



BZ: Welche Angebote wurden von den Mitarbeitern besonders gut angenommen?

Pfriender-Muck: Der kostenlose Sehtest, die Beratungen zu den im Pflegeberuf notwendigen Impfungen und die Informationen zu Sicherheitsschuhen, die auch in einer Sammelbestellung mündeten. Sehr groß war das Interesse an den Vorträgen zur Resilienz, der psychischen Widerstandsfähigkeit. Die Dozenten bescheinigten den Mitarbeitern großes Interesse und engagierte Mitarbeit.

BZ: Resilienz gilt als Fähigkeit, Krisen zu bewältigen. Warum muss das besonders geübt werden?

Pfriender-Muck: Im Moment gibt es im St. Josefshaus viele Veränderungen, viele neue rechtliche Vorgaben müssen umgesetzt werden. Das führt zu Belastungen, wobei die Gefahr besteht, dass man die Dinge nicht mehr bewältigen kann. Wir geben Impulse aus dem Alltag heraus, informieren, beraten zum Eigenschutz der Mitarbeiter und zum Schutz der Menschen, die von uns begleitet werden. Der Arbeitskreis Gesundheit aus dem Personalmanagement hat die Woche der Gesundheit organisiert. Eine Anregung war dabei ein BZ- Spezial zum Thema "Gesund im Job" vom Oktober dieses Jahres. Wir haben manches daraus aufgegriffen und in die Tat umgesetzt.

BZ: Ein wichtiger Aspekt zum Thema Gesundheit ist die Ernährung. Was wurde dazu angeboten?

Pfriender-Muck: Während der ganzen Woche wurden in der Kantine besondere Speisen angeboten, das gesunde Essen fand bei den Mitarbeitern viel Anklang. Auch die angebotenen Smoothies wurden überraschend gut aufgenommen. Mitarbeiter eines Rheinfelder Fitnessstudios boten in der Pause Ernährungsberatung an, machten online auf Ernährungsberatung aufmerksam und auf die grundlegende Bedeutung von Bewegung. Aus den verschiedenen Angeboten konnten die Mitarbeiter diejenigen auswählen, die gerade richtig für sie waren. Wir wollten ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit schaffen.

Zur Person: Beate Pfriender-Muck ist Personalleiterin des St. Josefshauses. Sie ist verheiratet, 55 Jahre als, hat zwei Kinder, sie arbeitet seit 24 Jahren für das St. Josefshaus.