Interview

Wirtschaftssanktionen gegen Russland; "Aussichtsreich ist das nicht"

Jörg Buteweg

Von Jörg Buteweg

Mo, 14. September 2020 um 19:10 Uhr

Wirtschaft

BZ-Plus Nach dem Nawalny-Attentat ist in Deutschland eine Debatte um Wirtschaftssanktionen gegen Russland entbrannt. Der Freiburger Wirtschaftsprofessor Tim Krieger warnt vor übertriebenen Erwartungen.

BZ: Wirtschaftssanktionen gegen Russland scheinen in der einen oder anderen Form beschlossene Sache. Was wissen wir über die Wirksamkeit von solchen Sanktionen?
Krieger: Wir wissen, dass die Bilanz sehr gemischt ist. In der öffentlichen Debatte kann sich deswegen jeder ein passendes Beispiel heraussuchen.

BZ: Die Sanktionen gegen Südafrika gelten als Musterbeispiel von gelungenen Sanktionen.
Krieger: Das stimmt. Und am Beispiel Südafrika kann man ganz gut die Kriterien aufzeigen, die erfüllt sein müssen, damit Sanktionen Erfolg haben.
BZ: Welche sind das?

Krieger: Vor allen Dingen zwei. Es muss erstens ein klares Ziel geben: Das war im Fall Südafrika die Abschaffung der Apartheid. Es muss zweitens eine Zusammenarbeit vieler Staaten geben, damit das Land, gegen das man Sanktionen verhängt, nicht ausweichen kann.

"Russland hat seine Wirtschaft unerwartet schnell umgebaut und sich von Importen unabhängiger gemacht."
BZ: Deswegen haben die US-Sanktionen gegen Kuba nicht funktioniert.
Krieger: Sie haben Kuba sicherlich wirtschaftlich geschadet. Aber ihr Ziel, das Castro-Regime zu beseitigen, haben die USA in fast 60 Jahren nicht erreicht. Denn die zweite Bedingung war nicht erfüllt, die Zusammenarbeit vieler Staaten. Mit Russland – früher der Sowjetunion – hatte Kuba immer einen Verbündeten, der es vor dem Schlimmsten bewahrt ...

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