Frage der Perspektive

Zahlen zum Euroairport sind nur scheinbar neutral

Michael Baas

Von Michael Baas

Do, 19. September 2019 um 10:25 Uhr

Lörrach

Flugbewegungen, Arbeitsplätze, Zahlen, Emissionen und Beschwerden: Zum Euroairport gibt es viele Zahlen. Sie bieten Konfliktpotential und transportieren in der Regel auch Interessen.

Zahlen lügen nicht. Sie sind nur nie die ganze Wahrheit, weiß ein Sprichwort. In öffentlichen Debatten werden sie meist genutzt, Interessen zu stützen oder zu stürzen. Das war so bei der Kostenberechnung des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 und das war in den 90er-Jahren so beim Ausbau des Frankfurter Flughafens. Dessen Verfechter führten bis zu 250.000 Arbeitsplätze ins Feld, die das Projekt mittel- und unmittelbar stimuliere. Am Euroairport geht es um andere Dimensionen, aber auch da sind Zahlen nur ein Teil der Wahrheit. Unterstützer nutzen sie für den Flughafen. Kritiker hinterfragen sie bis hin zum Vorwurf, die Lage zu schönen, den die Bürgerinitiative südbadischer Flughafenanrainer (BISF) seit Jahren in puncto der offiziell kommunizierten und in der Politik akzeptierten Arbeitsplatzzahlen erhebt. Vier Beispiele zum Alltag der Zahlen am Euroairport.

Die Flugbewegungen
Die EAP-Statistik weist für 2018 insgesamt 97 217 Starts und Landungen aus. Das sind knapp zwei Prozent mehr als 2017. Im ersten Halbjahr 2019 sind 48 558 Flugbewegungen bilanziert. Das ist im Vergleich zu 2018 ein weiterer Anstieg um gut fünf Prozent und würde auf das Jahr hochgerechnet mehr als 99 000 Starts und Landungen ergeben. Damit kommt die Zahl der Flugbewegungen nahe an die Grenze von maximal 100.000 Bewegungen, die die Anrainerverbände und Bürgerinitiativen seit Jahren als Maximum fordern. Klar scheint, dass der EAP dieses Limit angesichts des anhaltenden Wachstums in den nächsten Jahren überspringen wird.

Unabhängig davon, dass sich Flughafenmanagement und Aufsichtsgremium so regelmäßig, wie ...

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