Baden-Württemberg

Zu wenig Impfstoff für Vollauslastung der Impfzentren im Land

Thomas Steiner und dpa

Von Thomas Steiner & dpa

Mo, 10. Mai 2021 um 20:57 Uhr

Südwest

Laut Sozialministerium können in einigen Impfzentren im Mai nur noch Zweit- und kaum noch Erstimpfungen stattfinden. Der Bund liefere nicht genügend Impfstoff, um die Zentren auszulasten.

Das Sozialministerium schrieb, der Bund stelle den Impfzentren der Länder auch in den kommenden Wochen nur eine begrenzte Menge an Impfstoffen zur Verfügung. Für Baden-Württemberg läge diese bei etwa 330.000 Impfdosen pro Woche. In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne) vergangene Woche gefordert, diese Liefermenge um 100.000 zu erhöhen. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Montag auf Anfrage dazu: "Es wurde nach Baden-Württemberg geliefert, was angekündigt war."



Lucha hatte am Montag eine Videokonferenz mit den Leitern der Zentralen Impfzentren (ZIZ) in Baden-Württemberg abgehalten. Wie das Ministerium mitteilte, sei es um eine Umverteilung des erwarteten Impfstoffs in bevölkerungsreiche Landkreise und solche mit geringerer Impfquote gegangen. Die ZIZ hätten sich bereit gezeigt, die Kreisimpfzentren (KIZ) zu unterstützen. Termine für die nun – aufgrund der ansteigenden Erstimpfungen vor einigen Wochen – vermehrt anstehenden Zweitimpfungen sollen so gesichert werden.

In den südbadischen KIZ kommt zurzeit unterschiedlich viel Impfstoff an. Andrej Hog, Leiter des KIZ Kenzingen, sagte, er bekomme nächste Woche weniger als die Hälfte der Menge wie zuletzt. Sein KIZ könne deshalb nur noch Zweitimpfungen vornehmen. Auch das KIZ in Lahr bekommt laut dem Ortenauer Landratsamt weniger Impfdosen, dadurch gebe es weniger Termine für Erstimpfungen.

Im KIZ Müllheim bleibt die Liefermenge gleich, das KIZ Lörrach profitiert dagegen von der Umstellung der Impfstoffverteilung des Landes Ende April und bekommt mehr. Alle KIZ, so auch das des Kreises Waldkirch, betonen wie die ZIZ in Freiburg und Offenburg, dass bereits gebuchte Impftermine in jedem Fall stattfinden.

Eine Beschleunigung der Impfkampagne wird von dem Vakzin der Firma Johnson & Johnson erwartet, bei dem eine einmalige Impfung genügt. Die bisherige Priorisierung bei dem Impfstoff hoben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag auf. So kann er nun – wie der von Astrazeneca – in Arztpraxen allen Impfwilligen geimpft werden. Bei Unter-60-Jährigen ist wegen seltener Nebenwirkungen eine Beratung vorgeschrieben.