Oststadt

Zwei 16-Jährige erhalten Jugendehrenamtspreis in Offenburg

Barbara Puppe

Von Barbara Puppe

Di, 16. Juli 2019 um 13:55 Uhr

Offenburg

Sie putzen Stolpersteine oder weisen auf Fremdenhass hin: Niels Herp und Jess Mukeba wurden beim Oststadtfest mit dem Jugendehrenamtspreis ausgezeichnet.

Zum 12. Mal ist im Rahmen des Stadtteilfestes in der Oststadt der Jugendehrenamtspreis "Oststadt Jugend Engagiert" verliehen: Für ihr außergewöhnlich großes ehrenamtliches Engagement für Kinder und Jugendliche im schulischen Kontext wurden Jess Mukeba und Niels Herp (beide 16) geehrt.

Der Preis wird seit dem Jahr 2008 vergeben und ist eine Auszeichnung zur Förderung von ehrenamtlichem Engagement junger Menschen, wie Barbara Dike, Bereichsleitung Kinder- und Jugendbereich im Bunten Haus erklärte. Er zeige zudem, welchen Stellenwert ehrenamtliches Engagement durch Jugendliche in der Offenburger Oststadt einnehme. Bestimmt werden die Preisträger durch die Stadtteilkonferenz, das Gremium aller in der Oststadt engagierten Vereine, Schulen, Institutionen und Kirchengemeinden. In diesem Jahr ging der Preis an zwei Einzelpersonen und war mit je 240 Euro dotiert.

In der Schule über das Maß hinaus engagiert

Sozialbürgermeister Hans-Peter Kopp hatte die "schöne Aufgabe" übernommen, zwei junge Menschen zu ehren, die sich im Gemeinwesen der Oststadt und besonders in ihren Schulen weit über das übliche Maß hinaus engagiert haben. "Ich finde es einfach toll und habe einen ganz großen Respekt vor eurem Engagement", sprach er den 16-Jährigen seine Anerkennung aus.

Dass in den heutigen Turbogymnasien und Realschulen nicht nur Schülerinnen und Schüler sitzen, die sich vor lauter Druck oder Ehrgeiz kaum noch um andere kümmern können, hätten Jess Mukeba (Schillergymnasium) und Niels Herp (Erich-Kästner-Realschule) bewiesen. Neben Schule und Leistungsdruck, so forderte der Bürgermeister, müsse auch Zeit für ehrenamtliches Engagement sein und bleiben.

Auf Fremdenhass und Mädchenrechte hingewiesen

Jess Mukeba konnte die Ehrung nicht persönlich entgegen nehmen, er war auf einem Workshop in Brüssel. Im Schuljahr 2018/19 war er Schülersprecher am Schillergymnasium und in der Kern-Schülermitverwaltung tätig, wo er die Schiller-Fete, den Spendenmarathon, die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" und anderes mit organisiert hat. Er engagiert sich außerdem für Unicef und ist Gründer des Unicef Junior Teams in Offenburg. Im Rahmen dieser Tätigkeit haben er und seine Mitstreiter Aktionen wie "Träume sind grenzenlos", den "Red Hand Day" oder "Jump for Girls" geplant und umgesetzt sowie stadtweit auf Problematiken wie Fremdenhass, Mädchenrechte und Kindersoldaten aufmerksam gemacht.

Auch Niels Herp ist seit dem Schuljahr 2017/18 Schülersprecher der Erich-Kästner-Realschule. Er war Teil des Organisationsteams, das im November 2018 die stadtweite Putzaktion der "Stolpersteine" für alle Schulen organisiert hat. Im Schuljahr 2016/17 hat er sich zum Streitschlichter ausbilden lassen, und berät seither Schülerinnen und Schüler der unteren Klassenstufen bei der Lösung von Konflikten.

"Ich finde es wichtig, dass man für Jüngere gemeinschaftliche Angebote macht", Niels Herp
Im Jugendbegleiterprogramm unterstützt er die Hauptamtlichen des Bunten Hauses im Mittagsangebot der offenen Ganztagsschule der Erich-Kästner-Realschule, spielt mit den Kindern und schafft so Anregungen für eine sinnvolle Gestaltung der Mittagspause. In seiner Freizeit engagiert er sich außerdem als Gruppenleiter bei den Ministranten. "Ich finde es wichtig, dass man für Jüngere gemeinschaftliche Angebote macht", sagte der Preisträger, gerade Freizeit-Gruppenangebote wie bei den Ministranten machten Spaß. Deshalb sei es wichtig, dass sich genügend junge Leute engagierten, dass diese Angebote auch stattfinden könnten.

Gerade dieser Einsatz und die Arbeit mit anderen Menschen, mit Kindern und Jugendlichen werde zu einem wichtigen Erfahrungsschatz für das gesamte Leben, erklärte Kopp abschließend, denn man werde nicht durch die Schule allein zum reifen Menschen. Dieser Schatz werde Türen und manchmal – noch wichtiger – auch Herzen öffnen.