Zweifelhafte Praxis

Michael Brendler

Von Michael Brendler

Mi, 12. Februar 2020

Gesundheit & Ernährung

BZ-Plus Kassenpatienten ab 35 Jahren steht ein zweijährliches Hautkrebsscreening zu – doch meist müssen sie zuzahlen /.

Anruf beim Freiburger Dermatologen: "Einen Termin zum Hautkrebs-Test? Da müssen Sie sich fünf Monate gedulden." Vor Ort in der Praxis, fünf Monate später: Den klassischen Hautkrebs-Test könne man auf keinen Fall empfehlen, heißt es auf dem Info-Zettel, den man vorab unterschreiben muss. Den führe man nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten durch. Empfohlen wird mindestens der Check mit Auflichtdermatoskop, der als IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung)aber 15 Euro extra kostet.

Ob sich auf der Haut verdächtige Flecken oder Muttermale zeigen – dieser Check soll eigentlich allen Deutschen ab 35 Jahren kostenlos zur Verfügung stehen. Seit elf Jahren dürfen sie im Rahmen des nationalen Hautkrebsscreenings dafür alle zwei Jahre einen Arzt aufsuchen. Nur 15 Prozent der Berechtigten nehmen allerdings diese Chance wahr. Muss man sich darüber wundern, wenn es so schwer ist, einen Termin zu ergattern?

Auch in anderer Hinsicht fällt die Zwischenbilanz des Programms eher ernüchternd aus. Wie erwartet, ist die Zahl der entdeckten schwarzen Hauttumore um 28 Prozent in die Höhe geschossen – schließlich schaut man nun besser nach.

Der Bevölkerung hat das allerdings bisher nicht allzu viel gebracht, das hat Alexander Katalinic, der Leiter des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität Lübeck vor vier Jahren auf Basis eigener Recherchen im deutschen Ärzteblatt vorgerechnet: Denn am schwarzen Hautkrebs sterben immer noch genauso viele Menschen wie vor Beginn des Screenings. Was dafür ...

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