12 Monate Ausnahmezustand

1 Jahr Corona-Pandemie in Freiburg – 10 ganz persönliche Erfahrungen

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Von Joachim Röderer, Simone Lutz, Manuel Fritsch & Anika Maldacker

Sa, 27. Februar 2021 um 11:19 Uhr

Freiburg

BZ-Plus Zehn Freiburgerinnen und Freiburger erzählen, wie sie das erste Jahr der Corona-Pandemie er- und überlebt haben – darunter Ärzte, ein infiziertes Paar und der Geschäftsführer der Firma mit den ersten Fällen.

Der Tag, als das Virus nach Freiburg kam
Von Joachim Röderer
Heiko von Bachmann, Geschäftsführer: "Dieser Standort ist kurzfristig geschlossen." Ein Zettel mit roter und schwarzer Schrift hing an jenem Donnerstag, 27. Februar 2020, an der Eingangstür des Unternehmens Phadia Thermo-Fisher Scientific an der Munzinger Straße im Gewerbegebiet Haid. Es war der Tag, an dem Corona nach Freiburg kam. Heiko von Bachmann, der Geschäftsführer, hat später erzählt, wie er jene Tage und jene Nacht erlebt hat, als klar wurde: Es gibt positive Fälle im Unternehmen und die Firma muss erst einmal geschlossen werden. "Im Corona-Lotterietopf hat es uns getroffen", so von Bachmann damals. Mitarbeiter hatten in München an einer internationalen Konferenz teilgenommen und waren dort, neben etlichen anderen Betroffenen, von einem infizierten Teilnehmer aus Italien angesteckt worden: "Das ist ja das Tückische beim Virus, dass man schon ansteckend ist, wenn man selbst noch gar keine Symptome hat." Niemandem könne man da einen Vorwurf machen. "Wir hatten das Gesundheitsamt noch für uns allein, eine Art von VIP-Betreuung." Heiko von Bachmann Eine Woche zuvor hatte es die ersten deutschen Fälle gegeben. Und es war auch allen klar, dass das Virus sich irgendwann bis nach Freiburg ausbreiten würde. "Der Erste ist dann halt der Erste." Als dann die positiven Tests bestätigt waren, war zunächst nicht klar, ob die betroffenen Mitarbeiter noch einmal in der Firma gewesen waren. Deswegen wurde noch in der Nacht entschieden, sicherheitshalber zu schließen. "Zum Glück gab es keine Infektionsketten in der Firma", sagt der Geschäftsführer. Am Montag darauf konnte bei Phadia wieder gearbeitet werden. Die Firma hat dann auch schnell auf das Virus reagiert. "Wir waren damit so zwei, drei Wochen vor der Welle", so der Phadia-Chef. Man habe diverse Routinen für den Umgang mit Verdachtsfällen etabliert. Es gab aber, auch unter Nachbarn auf der Haid, damals viel Angst und Befürchtungen. Auch ein Fußballspiel wurde abgesagt, nur weil ein Phadia-Mitarbeiter mitspielte.
Dabei war der Betroffene nicht vom Virus tangiert. Es gab aber auch Nachfragen von Firmen, die sich Ratschläge holten, wie ein Unternehmen im Fall der Fälle reagieren kann und muss. Und ...

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