Corona-Virus

400 Frauen und Männer wurden in Häusern geimpft

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Mi, 24. Februar 2021 um 07:46 Uhr

Häusern

Seniorinnen und Senioren aus den Gemeinden rund um St. Blasien erhalten im Kur- und Sporthaus Häusern die erste Coronaimpfung. Ende März gibt es die zweite Impfung.

Den Impfstoff zu den Bürgern bringen und nicht umgekehrt, das war das Ziel einer Aktion am Montag – 400 Senioren, älter als 80 Jahre, aus der Region St. Blasien, Todtmoos, Herrischried und Görwihl wurden im Kur- und Sporthaus Häusern gegen Corona geimpft. Darunter waren auch 40 Seniorinnen und Senioren aus Bernau, die, begleitet von Bürgermeister Alexander Schönemann, die Gelegenheit zu einer heimatnahen Impfung wahrnahmen. Alles klappte wie am Schnürchen, hieß es, für die Organisation gab es viel Lob.

Verfehlen konnten auch Ortsfremde das Impfzentrum in Häusern nicht, rote Schilder wiesen den Weg. In Empfang genommen wurden die Impfwilligen von Helfern: Zunächst stand erst einmal Fiebermessen an, bevor die Senioren in einem Wartebereich Platz nehmen konnten. Mitgebracht hatten sie einen Fragebogen mit Personalien und einen Anamnesebogen mit Informationen über ihren Gesundheitszustand, die sie bei der Registrierung abgaben. Dann hieß es noch einmal warten, bis einer der vier Impfärzte die Impfung vornahm.

40 Impfdosen standen für die Ältesten bereit

Nach einer fünf- bis dreißigminütigen Ruhephase, die es wegen eventuelle Impfreaktionen einzuhalten galt, ging es dann wieder nach Hause.

40 Impfdosen standen für die Bernauer Bürger zur Verfügung, es gab allerdings mehr Anmeldungen, als Impfstoff zur Verfügung stand. "Die Ältesten zuerst" hieß es bei der Entscheidung, wer geimpft werden kann. Und so machten sich Senioren im Alter zwischen 80 und 95 Jahren auf den Weg nach Häusern, begleitet von ihren Angehörigen. Für einen Fahrdienst bestand kein Bedarf.

"Wo möchten Sie denn geimpft werden, rechts oder links?", fragte Impfarzt Jürgen Thoos eine 87-jährige Impfwillige aus Bernau. Es folgten Fragen nach Allergien und blutverdünnenden Medikamenten. Denn, so der Mediziner, bei bestimmten Allergien darf der Moderna-Impfstoff nicht verabreicht werden. Der Impfung der alten Dame stand aber nichts im Wege. An der Einstichstelle könne es leichte Schmerzen geben, auch seien ein oder zwei Tage Unwohlsein und Müdigkeit möglich. "Mehr passiert in der Regel nicht", erklärte Thoos auf Frage der Tochter der 87-Jährigen. Sollten aber doch stärkere Impfreaktionen auftreten, müsse der Hausarzt oder die Notfallnummer angerufen werden, gab der Arzt den beiden Damen mit auf den Weg. Und dann ein kleiner Pieks und alles war vorbei. Zumindest fürs erste, denn in vier Wochen, am 22. März, steht der zweite Impftermin an.

Endlich können die Kinder wieder zu Besuch kommen

Theresia Behringer ist 87 Jahre alt, ihr Mann Richard ein Jahr älter. Sie seien erleichtert, nun geimpft zu sein. Bedenken hätten sie keine gehabt, sagten sie. Und für sie hat die Impfung eine besondere Bedeutung, denn nun können sie wieder Besuch von ihren Kindern bekommen. Das wäre, wie sie sagten, ohne Impfung nicht möglich. Viel Lob hatte das Bernauer Ehepaar für die Organisation. Sie seien überrascht, wie gut alles vorbereitet gewesen sei.

Mit Bernaus Altbürgermeister Rolf Schmidt gekommen ist die 91-jährige Ingeborg Logemann. Auch sie hatte keine Bedenken hinsichtlich eventueller Nebenwirkungen, die Erkrankung sei schwerwiegender, sagte sie. "Man denkt halt erst mal nach", sagte Hildegard Kaiser, die mit Ehemann Walter gekommen war, in Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen. Angst vor der Impfung habe sie aber letztendlich keine. Martina Weber war mit ihrem 83-jährigen Vater Rolf Finkbeiner gekommen. Vergeblich hatte sie immer wieder versucht, einen Impftermin im Kreisimpfzentrum zu bekommen. "Genial organisiert", lobte sie die Sonderimpfaktion in Häusern. Und für die Senioren habe die Impfaktion einen weiteren Vorteil: Sie träfen wieder einmal Bekannte, die sie wegen des Lockdowns schon länger nicht mehr gesehen hätten.

Der älteste Impfling war 101 Jahre alt

Impfarzt Olaf Böttcher aus Rickenbach zeigte sich mit dem Verlauf der Impfaktion sehr zufrieden. Die Impfwilligen seien nicht nur gut informiert, sondern auch erleichtert, nun die erste Impfung erhalten zu haben. Die Bürgermeister aus den Gemeinden, deren Senioren Impftermine bekommen hatten, begleiteten ihre Bürger. Die älteste Impfwillige war eine 101 Jahre alte Dame aus Herrischried, so Bürgermeister Christian Dröse. Der Sonderimpftermin sei großartig, sagte Bernaus Bürgermeister Alexander Schönemann. Sowohl seine Bürgermeisterkollegen als auch viele Geimpfte stimmten dem zu.

Bürgermeister aus anderen Gemeinden waren ebenfalls gekommen, um sich für eventuelle weitere Impfungen in ihren Kommunen über die Organisation der dezentralen Impfaktion zu informieren. So auch Bad Säckingens Rathauschef Alexander Guhl. Es sei wichtig, dass der Impfstoff zu den Bürgern komme und nicht umgekehrt, erklärte er. Landrat Martin Kistler zeigte sich mit der Aktion sehr zufrieden. Aber darüber, dass alles klappe, habe er sich bei dem Organisationstalent von Häuserns Rathauschef Thomas Kaiser keine Sorgen gemacht.