Bevölkerungsentwicklung

Basel wächst dank Zuwanderern – die meisten kommen aus Deutschland

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 15. September 2020 um 20:03 Uhr

Basel

Deutschland bleibt für Basel das wichtigste Zuzugsland, auch wenn nicht mehr so viele Nachbarn aus dem Norden zuziehen. Mehr als jeder Dritte Basler Einwohner ist Ausländer.

Die Bevölkerung im Kanton Basel-Stadt ist 2019 weiter gewachsen. Zurückzuführen sei das vor allem auf die Zuwanderung aus dem Ausland, heißt es in der Wanderungsanalyse, die das Präsidialdepartement am Dienstag veröffentlicht hat. Wichtigstes Zuzugsland bleibt trotz eines Rückgangs Deutschland. Italien und Frankreich dagegen legen deutlich zu. Aktuell hat Basel etwas mehr als 200.000 Einwohner.

Die Daten

2019 zogen 14.013 Menschen neu in den Kanton Basel-Stadt; 12.799 Personen verließen ihn. Der Wanderungsgewinn von 1214 Menschen kam vor allem aufgrund von Zuzügen aus dem Ausland zustande. Rund die Hälfte davon stammt aus den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Italien sowie aus den USA und Großbritannien. Deutschland bleibt das bedeutendste Zuzugsland, auch wenn die Zuwanderung aus dem nördlichen Nachbarland gegenüber 2010 um sieben Prozent zurückgegangen ist. Deutlich zugelegt haben dagegen die Zuzüge aus Italien (plus 36 %) und Frankreich (plus 39 %).

Aus dem Ausland ziehen besonders Menschen im erwerbsfähigen Alter zu, aus der Schweiz junge Erwachsene. 42 Prozent Zugewanderten kamen aus der Schweiz. Die höchsten Wanderungsgewinne verzeichnen das Departement für die Groß- und Kleinbasler Innenstadtquartiere sowie das Rosentalviertel. Verluste weisen Kleinhüningen und Bettingen auf. Betrachtet man die Umzüge innerhalb des Kantons, verzeichnen St. Alban, Bruderholz und Rosental sowie Riehen und Bettingen die stärksten Gewinne. Von den Menschen, die innerhalb des Stadtkantons die Wohnung wechseln, blieb fast ein Drittel im gleichen Viertel oder in der gleichen Gemeinde. Neuzuziehende lassen sich vergleichsweise häufig in Vierteln mit Neubauten wie dem Rosentalviertel oder den Innenstadtquartieren nieder. 65,4 Prozent der Zuziehenden, 58,3 Prozent der Wegziehenden und 47,1 Prozent der umgezogenen Personen waren ausländische Staatsangehörige, die 36,5 Prozent der baselstädtischen Bevölkerung ausmachen.

Die Deutung

Seit 2006 weist der Kanton jährlich mehr Zuzüge als Wegzüge auf. Hauptgrund für die Bevölkerungszunahme ist aus Sicht der Stadt- und Kantonsentwicklung die gute wirtschaftliche Entwicklung und der damit verbundene Bedarf an Arbeitskräften. Dass Basel als Metropolregion eine Sogwirkung ausübt und weiterwächst, sei grundsätzlich positiv zu bewerten. Die Herausforderungen besonders bei den Verkehrsinfrastrukturen und der Wohnbautätigkeit nähmen aber zu. Es gelte daher, ein vielfältiges und ausreicheichendes Wohnangebot zu fördern sowie in die Bildungs- und Verkehrsinfrastruktur zu investieren.

Der vor allem wegen des Zuzugs von Arbeitskräften hohe und in Zukunft voraussichtlich weiter wachsende Anteil von Ausländern unterstreiche die Bedeutung, die vielfältige Integrationsförderung weiterzuführen. Dass ein großer und wachsender Teil der Bevölkerung nicht stimm- und wahlberechtigt ist, führt immer wieder zu politischen Diskussionen über das Ausländerstimmrecht. Nach wie vor gelte es, die Lebensqualität in allen Quartieren, besondere aber in den dicht bebauten, zu verbessern. Trotz Globalisierungsprozessen seien immer noch eine starke Ortsbezogenheit und eine starke Identifikation mit dem Wohnviertel feststellbar.