Bildung & Wissen

"Nudging": Wie Bürger gelenkt werden sollen

Bettina Kalmbach

Von Bettina Kalmbach

Do, 12. Mai 2016 um 00:00 Uhr

Bildung & Wissen

Regierungen nutzen Erkenntnisse der Forschung, um die Bürger anhand psychologischer Tricks zu einem gewünschten Verhalten zu bewegen – Kritiker nennen das Bevormundung.

Ende der neunziger Jahre klebte auf einmal das Bild einer Fliege im Urinal der Herrentoilette auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol. Der Manager Aad Kieboom glaubte, so den männlichen Spieltrieb zu wecken und die Trefferquote am Pissoir zu erhöhen. Mit Erfolg – 80 Prozent weniger ging daneben. Das ersparte Ärger und Reinigungskosten. Seither werden Männer weltweit mit Toren, Bildern oder Bällen zur Zielsicherheit motiviert. Aus der Fliege wurde ein Elefant, als die US-amerikanischen Professoren Cass Sunstein und Richard Thaler mit ihrem Buch "Nudge" – zu Deutsch "Anstupser", den Einfluss kleiner psychologischer Tricks für politische Ziele entdeckten. Die Fliege hatte es vom Pissoir in die Politik geschafft.

Nudging ist in der Politik angekommen
In den USA und Großbritannien stupsen die Regierungen ihre Bürger zum Stromsparen und zur Steuerehrlichkeit. Der anonymisierte Stromverbrauch von Nachbarhaushalten auf der Abrechnung und ein Belohnungssmiley für unterdurchschnittlichen Verbrauch wirkten wahre Wunder; Großbritannien verbuchte ein Mehr an Steuereinnahmen, weil man auf dem Mahnbescheid die Steuerehrlichkeit anderer Einwohner erwähnte.

Sunstein und Thaler erklären den Erfolg von Nudges mit den Ergebnissen ...

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