Staufen: Auf Salz gebaut

Philipp Schlittenhardt

Von Philipp Schlittenhardt

Sa, 18. Dezember 2010

Bildung & Wissen

Auf deutschem Boden schwappte einst das Urmeer. Das versalzt noch heute manchem Bauherrn die Suppe

Hitze flirrt über der endlosen Ebene. Das gleißende Licht der Sonne spiegelt sich auf dem glatten, in vielen Farben schimmernden Wasser. Dort, wo es verdunstet ist, hinterlässt das Wasser eine helle, brüchige Mineralkruste, in deren Einbuchtungen sich umherwirbelnder Tonstaub verfängt. An manchen Stellen blühen Felder von weißen Salzblumen bis zum fernen Horizont. Ähnlich wie am Schott El Dscherid – einer der größten Salzseen der Sahara – könnte es vor Millionen von Jahren in großen Teilen Westeuropas ebenfalls ausgesehen haben. Mehrmals war Deutschland von flachen Meeren und ausgedehnten Salzseen bedeckt, die im einst heißen Klima verdunsteten und mächtige Minerallagen hinterließen. Nicht nur das Steinsalz, das wir als Speisesalz auf das Frühstücksei streuen, auch Gips und andere Minerale schieden aus dem verdampfenden Wasser aus. Über lange Zeiträume bildeten sich so Salz-, Gips- oder Kalkschichten, die Dicken von bis zu 1000 Metern erreichen können. Sie unterlagern, von den Ablagerungen nachfolgender Zeitalter überdeckt, große Gebiete von Deutschland.

Auch Staufen verdankt seinen Ärger dem Urzeit-Ozean.

Je mehr der Mensch den Untergrund durchgräbt, durchbohrt und sprengt, umso häufiger trifft er auf Schwierigkeiten mit den Ablagerungen der eingedampften Meere. Die chemischen und ...

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