Zukunftsforschung

Trendforscher: Realistische Prognosen sind problematisch

Daniel Dettling

Von Daniel Dettling

Do, 31. Dezember 2015 um 14:20 Uhr

Bildung & Wissen

Das menschliche Hirn neigt zur Vereinfachung – daher rühren nach Ansicht des Soziologen Matthias Horx die meisten Irrtümer unsere Zukunft betreffend. Dies erläutert er im Interview.

BZ: Herr Horx, irren sich Zukunftsforscher oft?
Horx: Das kommt darauf an, was man unter Zukunftsforschung versteht. Viele verwechseln das ja mit einer Art Horoskop-Branche. Aber seriöse Prognostik handelt von Wahrscheinlichkeiten; sie ist eine Art empirische, ganzheitliche Systemforschung. Der größte Teil der Zukunft ist ja eben nicht deterministisch, sondern Gestaltungs-bedingt, das heißt, es hängt von unseren Handlungen ab, "wie die Zukunft wird". Von dieser "Machbarkeit" handelt seriöse, die ganzheitliche Zukunftsforschung. Allerdings wird auf dem Markt der Prognosen auch schlichtweg eine Menge "Future Bullshit" erzählt.

BZ: Was heißt "Zukunfts-Bullshit"?
Horx: Der Begriff "Bullshit" wurde von Harry Frankfurt, einem amerikanischen Philosophen als eine Art Null-Diskurs definiert – Unsinn zu erzählen, aber dabei dermaßen auf die Pauke zu hauen, dass sich keiner traut, zu widersprechen. Beim "Bullshit Bingo" muss man nur drauf achten, welche Hohl-Worte zum Beispiel auf einer Konferenz benutzt werden: "Nachhaltige Wachstumsstrategie " oder "Werteorientierte Marktpenetration".

BZ: Inwiefern trifft das auf ...

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