Nachruf

Britzingen trauert um langjährigen Turnvereinsvorsitzenden Günther Lichtblau

Volker Münch

Von Volker Münch

Do, 30. Juli 2020 um 07:02 Uhr

Müllheim

21 Jahre lang stand Günther Lichtblau dem Turnverein Britzingen vor, prägte die Vereinsgeschichte wie kein anderer. Vor wenigen Tagen starb der hoch verdiente Ehrenvorsitzende.

21 Jahre lang stand Günther Lichtblau dem Turnverein Britzingen vor, prägte die Vereinsgeschichte wie kein anderer und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Vor wenigen Tagen starb der hoch verdiente Ehrenvorsitzende im Alter von 72 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Lichtblau machte sich über den Verein hinaus in der regionalen Sportwelt wegen seines Engagements einen Namen.

Seit Oktober 1962 war Günther Lichtblau Mitglied des Britzinger Vereins, der in diesem Jahr eigentlich sein 100-jähriges Bestehen feiern wollte. Damals schloss er sich der Tischtennisabteilung an und glänzte bald durch sportliche Erfolge an der Platte. Er wurde mehrfacher Mannschaftspokalsieger, Bezirksmeister und Kreismeister in verschiedenen Klassen. Mit der ersten Mannschaft gelang Lichtblau 1974 der Aufstieg in die Landesliga. Über 30 Jahre lang spielte er aktiv Tischtennis.

"Seine Handschrift war überall zu spüren. Das wirkt bis heute nach" Ewald Quintus

Anfang der 1980er-Jahre engagierte er sich bereits im Vorstand des Turnvereins als Schriftführer, von 1983 bis 1986 wurde er zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Neben der Vereinstätigkeit in Britzingen organisierte er seit mehr als 35 Jahren als Staffel-Spielleiter im Bezirk Breisgau den Wettkampfspielbetrieb in verschiedenen Tischtennis-Ligen. 1991 wählten ihn die Vereinsmitglieder zum ersten Vorsitzenden. Dieses Ehrenamt füllte er mit Engagement bis ins Jahr 2012 – so lange wie niemand vor ihm.

Sein Wissen um den Sportbetrieb, sein Netzwerk in den Sportverbänden und seine unglaublichen Kenntnisse rund um den Turnverein in Britzingen waren für den Verein seines Heimatdorfes eine große Bereicherung. Dabei blickte er immer wieder über den Tellerrand hinaus: So entstanden die Kooperationen mit den Schulen und Kindergärten, er wertete die Ämter der Übungsleiter auf und war immer ein großer Förderer der Jugendarbeit beim Turnverein. "Seine Handschrift war überall zu spüren. Das wirkt bis heute nach", stellt sein Nachfolger Ewald Quintus mit großem Respekt fest. Für sein Engagement erhielt der Verstorbene zahlreiche Ehrungen auf Vereins- und Verbandsebene.

Sein Engagement endete nicht beim eigenen Verein. Vielmehr brachte sich Günther Lichtblau auch im Dorfleben ein. Dass das elsässische Theater aus Helfranzkirch viele Jahre exklusiv auch in Britzingen seine Vorstellungen gab, war sein Verdienst. Unvergessen auch sein Engagement als Organisator und Sprecher bei den legendären Fußball-Grümpelturnieren in den 1980er- und 1990er-Jahren. Günther Lichtblau hinterlässt seine Ehefrau und zwei Töchter. Wegen der besonderen Bedingungen rund um die Corona-Krise konnten leider nur wenige bei der Trauerfeier von ihm Abschied nehmen.