Christoph Huber als Bürgermeister in Weil am Rhein bestätigt

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Di, 30. Juni 2020 um 19:56 Uhr

Weil am Rhein

Klare Mehrheit im Gemeinderat für die Interimslösung mit dem Amtsinhaber. Huber meldet Anspruch auf den Titel Erster Beigeordneter an.

. Ganz ohne Diskussionen ging am Dienstagabend die Wahl des amtierenden Ersten Bürgermeisters Christoph Huber zum ersten Beigeordneten über die Bühne. Mit 19 Ja zu zwei Nein-Stimmen und bei drei Enthaltungen wurde Huber in seinem Amt bestätigt – allerdings nur auf Zeit. In einem Jahr sei unwiderruflich Schluss, erklärte er in seiner Vorstellungsrede. Gleichzeitig macht er aber auch klar, dass er mit seiner Wahl die Ernennung zum Ersten Bürgermeister erwarte. Darum bat er die Gemeinderäte um Verständnis. Darüber entschieden wir in der nächsten Gemeinderatssitzung am 28. Juli.

Hatte in Vorfeld noch der Umstand, dass Huber im Dezember erklärt hatte, dass er nicht mehr kandidieren wolle, dann aber kurzfristig doch noch seinen Hut in den Ring warf, für Unmut gesorgt, schien das am Dienstagabend niemand mehr thematisieren zu wollen. Auffallend ruhig waren vor allem die Grünen, die sich nach der Sitzung der Auswahlkommission noch unzufrieden gezeigt hatten. Sie meldete sich auch nicht zu Wort, als Axel Schiffmann für die Freien Wähler als größter Fraktion, Wolfgang Roth-Greiner für die Fraktion der FDP/Freien Wähler und Matthias Dirrigl für die SPD sich demonstrativ hinter Huber stellten und ihm für seine Bereitschaft dankten, die Amtsgeschäfte weiter zu führen.

Pflichtgefühl und Verantwortung

Ausführlich erläuterte Huber in seiner Rede noch einmal seine Beweggründe für die überraschende Bewerbung. So hätte er eine Vakanz "im zweithöchsten Amt der Stadt für einen nicht übersehbaren Zeitraum" als "fatal" empfunden. Gerade im Hinblick auf laufende Großprojekte wie den Bau der Dreiländergalerie, das Projekt Juno II mit den Sportanlagen, die Rathauserweiterung, die Baumaßnahmen der Bahn rund um die Heldelinger Unterführung und auch für die Abarbeitung der Folgen der Corona-Krise, sei Kontinuität in der Steuerung dieser wichtigen Projekte unerlässlich. Dazu kämen neue Vorhaben wie die Brandschutzsanierung des Kant-Gymnasiums und des Hauses der Volksbildung. "Meine Erziehung und mein Grundverständnis, dass man Angefangenes nicht einfach liegen lässt und geht", und sein damit verbundenes Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein hätten dazu geführt, seine weitere berufliche und persönliche Lebensplanung zugunsten der Stadt Weil am Rhein auf einen späteren Zeitpunkt zurückzustellen, erklärte Huber. Das sei kein Abrücken von dem, was er im Dezember angekündigt hatte. Das von ihm angebotene zusätzliche Zeitfenster schließe sich spätestens Mitte 2021. "Solange biete ich Ihnen meine Dienste an", fügte er an, und unterstrich mehrfach, wie schwer ihm die Entscheidung gefallen sei.

Anspruch auf den Titel des Ersten Beigeordneten

An das Ende seiner Rede stellte Huber drei Bitten: Die, ihn zu wählen, auch wenn man mit dem Verfahren nicht ganz zufrieden sei; die, sich tatsächlich mit großem Ernst an die Suche nach einem qualifizierten Nachfolger zu machen; und die Bitte um Verständnis dafür, dass er mit seiner Wahl zum Beigeordneten auch den Titel des Ersten Bürgermeisters zu verbinde. Diesen Anspruch erachte er mit Hinweis auf die Größe des Dezernates "und auch auf meine Leistung und meinen Einsatz in der ablaufenden Amtszeit für angemessen", beendete Huber seine etwas andere "Vorstellungsrede", als die er das Gesagte schon gleich zu Beginn angekündigt hatte.

Die Wahl

In geheimer Wahl stimmten 19 der 24 Stimmberechtigten, zu denen auch Oberbürgermeister Wolfgang Dietz gehörte, für Huber. Dietz dankte ihm herzlich für den Einsatz – auch ohne Händeschütteln und mit dem Corona bedingten Abstand. Gratulationen kamen auch vom Ersten Landesbeamten Ulrich Höhler.