Fast 10 Millionen Euro

Das Land zahlt fast die gesamte Planung für das Zentralklinikum in Lörrach

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Mo, 11. November 2019 um 15:42 Uhr

Lörrach

9,62 Millionen Euro und damit 95 Prozent der Planungskosten für das Zentralklinikum in Lörrach übernimmt das Land. Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer lobt den "Lörracher Weg" als modellhaft.

Das Regierungspräsidium Freiburg hat den Kliniken des Landkreises für die Planung des neuen Zentralklinikums 9,62 Millionen Euro bewilligt. Dies entspreche einer Quote von 95 Prozent, sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer am Montag in Lörrach, wo sie sich von Landrätin Marion Dammann, Klinikgeschäftsführer Armin Müller und Projektleiter Thorsten Stolpe über den Stand des Vorhabens informieren ließ.

Voraussichtlich 2025 soll das neue Krankenhaus mit 677 Betten in Betrieb gehen und die vier bisherigen Krankenhäuser in Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim ersetzen. Schäfer wertete die Zuteilung der ersten Förderrate als "starkes Zeichen", dass sich das Land Baden-Württemberg zu seiner Verantwortung bekenne. Es werde auch den Bau des Klinikums finanziell unterstützen. Ein Förderantrag, der von Baukosten von rund 314 Millionen Euro ausgeht, liegt bereits vor.



Mit dem Planfeststellungsbeschluss zur Verlegung der Landesstraße 138 sei eine weitere Voraussetzung für den Neubau geschaffen. Dass ihre Behörde hier "in Windeseile effektiv" mit der Stadt Lörrach zusammengearbeitet habe, bestätige, wie wichtig dem Land das Projekt und die dafür notwendige Anpassung der Verkehrsinfrastruktur sei. Als Träger des Radweges beabsichtigt es, sich direkt zu beteiligen. Mit der laufenden Planung zum kreuzungsfreien Anschluss an die Bundesstraße 317 seien wichtige Weichen für die Erschließung bereits gestellt.

Dem "Lörracher Weg" in der stationären medizinischen Versorgung attestierte die Regierungspräsidentin Vorbildfunktion und Modellcharakter, weil es gelungen sei, Schritt für Schritt in einem Verfahren mit klaren Kriterien alle mitzunehmen. Eine vollstationäre Versorgung sei auf Dauer in der Breiten Fläche nicht zu halten. Die Zukunft liege in der Zentralisierung. Das hochspezialisierte, interdisziplinäre Zusammenwirken in Lörrach auf modernem Stand der Medizin entspreche genau den Vorstellungen des Landes. Und den Interessen der Patienten.

"Das Regierungspräsidium hat einen rekordverdächtigen Sprint hingelegt." Die Landrätin

Die beste Versorgung sei nämlich jene, die gewährleistet, dass Menschen im Notfall möglichst schnell zu richtigen Arzt kommen und nicht in irgendeine Klinik. Auch das Zentrum für seelische Gesundheit auf dem Campus biete den Patienten ein Optimum. Schäfer ist überzeugt, dass die Beschäftigten am neuen Standort gute Arbeitsbedingungen vorfinden.

Marion Dammann, zugleich Aufsichtratsvorsitzende der Kreiskliniken, dankte für die zügige Zuteilung der Mittel: "Das Regierungspräsidium hat einen rekordverdächtigen Sprint hingelegt." Dieser helfe, den Zeitplan einzuhalten. Angesichts des Zustandes der bestehenden Häuser müssten die Kreiskliniken das Jahr 2025 im Visier haben.