Schuttertal

Das Personal für das Seniorenwohnprojekt Alte Pfarrscheune ist bereit

Beate Zehnle-Lehmann

Von Beate Zehnle-Lehmann

Di, 11. Mai 2021 um 14:00 Uhr

Schuttertal

Das Seniorenwohnprojekt in Schuttertal kommt weiter voran. Zwölf Alltagsassistentinnen haben ihre Zertifikate erhalten. Die ersten Bewohner ziehen im Juli ein.

Das Personal für die Alltagsbegleitung in der Pflegewohngruppe des Seniorenwohnprojekts Alte Pfarrscheune steht bereit. 19 Absolventinnen haben am Samstag in der Festhalle in Schweighausen ihre Qualifikation zur Alltagsassistentin entgegengenommen – zwölf von ihnen werden künftig in der Wohngruppe arbeiten. Am 1. Juli sollen die ersten Bewohner in ihr Altersdomizil einziehen.

Ein grundlegender Baustein für die Wohngruppe, in der zwölf Bewohner Platz finden, ist die Betreuung durch Alltagsassistentinnen. Denn die alten Menschen sollen ihren gewohnten und begleiteten Tagesablauf haben, dem eine soziale Gemeinschaft zugrunde liegt. Dafür braucht es eine Betreuung rund um die Uhr. Die Ausbildung zur Alltagsassistenz fand im Rahmen des bürgerschaftlichen Projekts "Älter werden im Schuttertal" statt, das von der Gemeinde finanziell mitgetragen wird. Dabei wurden 161 Unterrichtseinheiten in Kooperation mit der Katholischen Landfrauenbewegung als Bildungsträger organisiert (die BZ berichtete). Die Mitinitiatorin des Seniorenwohnprojekts Alte Pfarrscheune, Ursula Gruninger, die selbst den Kurs belegt hat, freute sich über die große Resonanz. "Wir sind in der Ausbildung zusammengewachsen und zwölf der Teilnehmerinnen werden sich künftig um die Menschen kümmern, die uns anvertraut sind."

Die Ausbildung ist mehr als eine Zertifikation

Für die Umsetzung der Kursinhalte gebe es keine Blaupause, die Gemeinschaft in der Wohngruppe müsse zusammenwachsen. Die Ausbildung sei mehr als eine Zertifikation, so Gruninger, sie sei der Baustein für diese besondere Wohnform. Die kursbegleitende Referentin Ina Klietz sprach von einer "sozialen Infrastruktur", die mit neuen Arbeitsplätzen und im Sinne der Daseinsvorsorge entstanden ist. Für Bürgermeister Matthias Litterst ist es ein Modell, das aus einem Generationenvertrag heraus gewachsen ist und den alten Menschen ein würdiges Altern inmitten ihrer Dorfgemeinschaft ermögliche. Er dankte Gruninger, die diese Idee von Anfang an als "Motor und mit Herz und Kraft" mit zur Realisierung geführt habe.

"Mir wurde im Kurs schon früh klar, dass ich hier auch arbeiten möchte."

Lucia Streif

Eine der Kursteilnehmerinnen, Lucia Streif aus Haslach, erklärt gegenüber der BZ, dass sie sich beruflich umorientieren und im sozialen Bereich arbeiten wollte. Dabei sei sie auf das Projekt Pfarrscheune gestoßen: "Mir wurde im Kurs schon früh klar, dass ich hier auch arbeiten möchte. Diese familiäre Wohnform für alte Menschen ist weg von den üblichen Strukturen und deshalb sehr besonders." Auch Anja Müllerleile aus Dörlinbach, gelernte Arzthelferin und in der Verwaltung tätig, wird in der Wohngruppe arbeiten. "Ich habe mich seit Beginn für das Projekt interessiert und bin auch im Bürgerverein stellvertretende Vorsitzende. Mit einer Arbeit im Sozialen habe ich schon länger geliebäugelt. Das werde ich jetzt umsetzen."

Zertifikate: Martina Braun, Heike Faisst-Keusgen, Ingrid Füller, Daniela Göppert, Ursula Gruninger, Anita Haller, Michaela Hummel, Wendy Jacobs, Anja Müllerleile, Irmgard Müllerleile, Andrea Paulikat, Gabriele Silinski, Maria Singler, Lucia Streif, Gerlinde Uhl, Elvira Vetterer, Angelika Weber, Roswitha Zehnle, Isabella Zwick

Der Kurs kostet 590 Euro; für Teilnehmerinnen, die einen Vertrag in der Pfarrscheune erhalten, übernimmt die Gemeinde einen Zuschuss von 250 Euro.