Lockdown-Verlängerung

Das sind die neuen Coronaregeln für Deutschland im Überblick

dpa, afp, bz

Von dpa, afp & BZ-Redaktion

Mi, 20. Januar 2021 um 18:09 Uhr

Deutschland

Der Corona-Lockdown wird mindestens bis zum 14. Februar verlängert und teilweise verschärft. Wir zeigen die wichtigsten Regeln im Überblick – auch mit einer animierten Grafik.


So sehen die neuen Corona-Beschlüsse aus, die Bund und Länder am Dienstagabend vereinbart haben:
  • Lockdown/Öffnungsstrategie
    Praktisch alles, was bis zum 31. Januar gilt, wird bis 14. Februar fortgeschrieben. Dazu gehört die Schließung von Restaurants, Cafés und Einzelhandel mit Ausnahme von Geschäften des täglichen Bedarfs. Vom Theater über das Fitnessstudio bis hin zum Frisör bleiben zahlreiche Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Dienstleistungsbetriebe zu. Bis zur nächsten Bund-Länder-Runde sollen Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und die Staatskanzleichefinnen und -chefs "ein Konzept für eine sichere und gerechte Öffnungsstrategie" erarbeiten.
  • Erweiterte Maskenpflicht
    Eine Maskenpflicht gilt für Geschäfte, Busse und Bahnen schon lange – nun soll vorgeschrieben werden, dass dort die höherwertigen FFP2-Masken oder OP-Masken verwendet werden. Selbst genähte Stoffmasken dürfen dort nicht mehr getragen werden. Voraussichtlich gilt das von Montag an. In Bus und Bahn soll zudem das Fahrgastaufkommen "deutlich" zurückgehen, um Abstandhalten zu ermöglichen. Helfen sollen die "weitgehende Nutzung von Homeoffice-Möglichkeiten" und zusätzlich eingesetzte Verkehrsmittel, "wo möglich und nötig".
  • Schulen und Kitas
    Über diesen Punkt stritten Kanzlerin und Länderchefs besonders intensiv. Das Ergebnis: Die bisherigen Maßnahmen sollen bis zum 14. Februar verlängert und "restriktiv" umgesetzt werden. "Danach bleiben die Schulen grundsätzlich geschlossen, beziehungsweise die Präsenzpflicht ausgesetzt", heißt es in dem Beschlusspapier. Mit den Kitas soll analog verfahren werden. Südwest-Kultusministerin Susanne Eisenmann will die Präsenzpflicht ausgesetzt lassen, die Grundschulen aber schon vom 1. Februar an schrittweise öffnen. Darüber soll nächste Woche in Stuttgart entschieden werden – je nach Infektionslage.
  • Arbeitsplatz
    Arbeitgeber müssen überall, wo es geht, Homeoffice ermöglichen (siehe Text unten) – zunächst befristet bis 15. März. Ist die Präsenz im Betrieb unabdingbar, sollen den Mitarbeitenden medizinische Masken zur Verfügung gestellt werden.
  • Private Kontakte
    Die Regel, dass Angehörige eines Haushalts nur je eine Person aus einem anderen Haushalt treffen dürfen, bleibt bestehen. Zugleich wird appelliert, "die Zahl der Haushalte, aus der die weiteren Personen kommen, möglichst konstant und möglichst klein" zu halten. In Baden-Württemberg zählen dabei Kinder unter 15 Jahren nicht mit. Strikte bundesweite Ausgangsbeschränkungen, wie sie in Baden-Württemberg von 20 Uhr bis 5 Uhr schon gelten und wie sie zuvor diskutiert worden waren, wurden nicht beschlossen.
  • Alten- und Pflegeheime
    Das Personal soll beim Kontakt mit Bewohnern immer FFP2-Masken tragen. Außerdem wird in dem Papier erneut die Bedeutung von Corona-Schnelltests betont, die seit Mitte Dezember mehrmals pro Woche sowohl bei Bewohnern und beim Personal eingesetzt werden sollen.
  • Gottesdienste
    Geistliche Feiern, etwa in Kirchen, Synagogen und Moscheen, bleiben zulässig. Allerdings müssen Besucher den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten und an ihrem Platz eine medizinische Maske – also OP- oder FFP2-Maske – tragen. Gemeindegesang ist untersagt.