Gastronomie

Dehoga-Vertreter zeigt sich überrascht von weitreichenden Lockerungen

Jannik Jürgens

Von Jannik Jürgens

Do, 07. Mai 2020 um 16:20 Uhr

Gastronomie

Zuletzt hatte es so ausgesehen, dass ab dem 18. Mai nur Gartenwirtschaften öffnen dürften. Jetzt sollen alle Restaurants wieder Gäste bewirten dürfen. Und auch für Hoteliers gibt es gute Nachrichten.

Die Nachricht dürfte bei Hoteliers und Gastronomen im Landkreis für große Erleichterung gesorgt haben: Ab 18. Mai dürfen sie laut einer Pressemitteilung der Landesregierung wieder Gäste bewirten – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Ferienwohnungen und Campingplätze können ab dem 18. wieder Gäste beherbergen. Ab 29. Mai, also Freitag vor Pfingsten, sollen Hotels und Freizeitparks ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen.

"Das ist eine sehr gute Entscheidung, die uns sogar überrascht", sagte Peter Ehrhardt, Vorsitzender der Dehoga-Kreisstelle Freiburg-Land. Für Überraschung sorgte, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schlussendlich dem Vorschlag von Tourismusminister Guido Wolf (CDU) folgte, der seit Tagen für Lockerungen getrommelt hatte. Auch der Hotel- und Gaststättenverband hatte sich am Mittwoch, also nach der Besprechung von Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten, noch einmal "in die Bütt geworfen", wie Ehrhardt sagte. Eine Forderung, die nun erfüllt wurde: Außen- und Innengastronomie dürfen gleichzeitig öffnen. Damit hätten Gastronomen mehr Planungssicherheit, sagt Ehrhardt, der in Breisach den Landgasthof Adler betreibt.

Hotels dürfen am Freitag vor Pfingsten öffnen

Ihm zufolge hätte für Probleme gesorgt, wenn nur die Außengastronomie geöffnet worden wäre: "Was hätten wir unseren Gästen denn sagen sollen, wenn das Essen auf dem Tisch steht und plötzlich ein Schauer kommt?" Positiv bewertet der Dehoga-Vertreter auch, dass Hotels ab dem 29. Mai öffnen dürfen, also einen Tag früher als in Bayern: "Das war ein Wunsch von uns. Denn viele Gäste, die über Pfingsten kommen, reisen schon am Freitag an." Ferienwohnung dürfen bereits ab 18. Mai vermietet werden. In Bayern ist das erst am Pfingstwochenende vorgesehen.

Dass die Landesregierung die konkreten Öffnungstermine erst Donnerstagnachmittag mitteilte, hatte in der Region zuvor für Unmut gesorgt. Andere Bundesländer hatten ihre Termine bereits am Mittwoch veröffentlicht. Und so verging ein Tag, an dem südbadische Hoteliers und Ferienwohnungsbesitzer zwar eine Menge Anfragen erhielten, aber keine Bestätigungen erteilen konnten.

Gästezahl soll begrenzt werden, um Abstand einzuhalten

Nun müsse man die Verordnungen abwarten, in denen die Hygienevorschriften festgehalten werden, sagt Ehrhardt und zeigt sich optimistisch: "Wir kriegen das hin." Wenn zum Beispiel nur eine Person den Toilettenbereich betreten dürfe, müssten Schilder aufgehängt werden, die Gäste dann umdrehen könnten. "Dabei ist auch Kreativität gefragt", sagt Ehrhardt. Mit Sicherheit werde die Gästezahl begrenzt, eine Reservierungspflicht gilt als wahrscheinlich. Bei aller Freude über die stufenweise Öffnung, die bei einem Anstieg der Infektionen zurückgenommen werden kann, sagte der Dehoga-Vertreter aber auch: "Unsere Probleme sind noch lange nicht gelöst. Wir werden nun weniger Gäste und weniger Umsatz haben." Das Nothilfeprogramm des Landes helfe zwar, die Liquidität der Betriebe aufrechtzuerhalten, aber die Schließung habe große Einbüßen entstehen lassen.

"Die Tourismusbranche ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor – auch und gerade im Ländlichen Raum", teilte die Landtagsabgeordnete Bärbl Mielich (Grüne) mit. Deswegen begrüße sie die Lockerungen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner begrüßte die Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf sieben Prozent. Die Entlastung sei wichtig, um verlorenen Umsätzen entgegenzutreten und weil es noch dauern werde, bis sich der Betrieb wieder auf ähnlichem Niveau wie vor der Corona-Krise befinde.