Narren

Der Brennet-Park ist auch Thema beim Zunftabend in Hausen

Hans-Jürgen Hege

Von Hans-Jürgen Hege

So, 17. Februar 2019 um 17:50 Uhr

Hausen im Wiesental

Brennet-Park, Datenschutzverordnung und Kindergartenerweiterung kommen beim Zunftabend Hausen aufs Korn.

"I will follow him" gab die Melodie und den Takt vor, die "Hebeldorf-Harmonists" Mario Brugger, Dieter Weniger, Roland Schlageter und Jörg Jost steuerten unter tatkräftiger Mithilfe von Andrea Behringer am Klavier den Text und die Mimik bei – und schon durfte das närrische Publikum einen weiteren Beitrag umjubeln, der sich mit einem Thema beschäftigte, das sich wie ein roter Faden durch den Zunftabend am Samstag im Hebeldorf zog: der im November des vergangenen Jahres abgeholzte Hebelpark. "Si säge, si säge, si säge. Un alli Bäum sin gläge, sin gläge, sin gläge", tönte es durch den Saal. Die ganze Nachbarschaft habe demonstriert, "doch ihr Protest verhallt, die Holzmacher lässt er kalt – alles würd abrasiert. Cherze un Plakat, chönne stoppe nit dä Apparat, vom Park isch scho bald nüt me z’seh, me meint fascht, es hätt ihn nie geh." Und die Sängerknaben kamen nach etlichen Wiederholungen des Refrains zum bitteren Schluss: "S’isch phänomenal, johrelang war uns dä Park egal, verwilderte het er vegetiert, doch jetz wo er nüm existiert, würd er glorifiziert."

Schunkelrunden sorgen für Stimmung

Begonnen hat der Abend, durch den liebenswert Sandra Boos und Melanie Brunner führten, mit dem Besuch des Hürus Martin aus der Nachbarstadt Zell. Nach dem obligatorischen Austausch von Nettigkeiten, ein paar Watschen wegen des nach Meinung der Zeller verkorksten Besuchs des Oberzunftmeisters "Jo" Björn Keller bei der FGZ am 11.11. und der folgenden Wiedergutmachung mit dem Austausch angenehmer Erinnerungen, Geschenken und Orden, zogen die Zeller mit viel Getöse wieder ab. Die Hebelmusik sorgte zwischen den Programmpunkten den ganzen Abend über mit Schunkelrunden für Stimmung.

Dass es den Hausener Narren an talentiertem Nachwuchs nicht mangelt, bewies der "Narresome" mit einem bemerkenswert flotten Auftritt als "Ghostbusters". Für Mario Brugger, der zuvor vom neuen Oberzunftmeister zum Ehrenzunftmeister ernannt worden war und den Abend dem im vergangenen Jahr verstorbenen Karlheinz Vogt widmete, ein Beweis dafür, dass sich "die Zunft um die Zukunft keine Sorgen machen" müsse. Er selbst startete dann zusammen mit Björn Keller offiziell ins Programm mit dem ersten Teil der Schnitzelbank, die am 1. März in den Kneipen des Dorfs und im Sportheim des FC zu hören sein wird – mit der Einschränkung nach Vorgabe der Datenschutzverordnung: "Unsere Texte handeln von Personen männlichen, weiblichen oder diversen Geschlechts. Mir sage nit wer, nit mit wem und nit was un au suscht nüt. Aber suscht isch alles wie bisher", erläuterte Brugger das, was noch kommen sollte.

Keine Wohnungsnot in Zell

Daran hielten sich auch die "Jüngsten" aus den Reihen der Irrlichter hinter dem Bauzaun des Kindergartens, in den ihrer Meinung nach Millionenbeträge verlocht werden könnten, die Bauarbeiter im Winter nichts arbeiten, weil sie Angst haben, die Bierflaschen platzen, und kaum Unterschiede deutlich werden zwischen Turnhalle und Schulhof, weil man an beiden Orten kräftig friert. Die Dorfhexen traten in einem schummrigen Tanz gegen den Sensenmann an, Michael Hug, Roland Schlageter, Mario Brugger und Sophia Grässlin unterhielten sich auf dem Läubin-Bouleplatz über "humorlose Leute bei der VHS, die Kunden aus Töpferkursen ausschließen, nur weil sie sich im Ton vergreifen", und vermuteten, dass sich "de Denk" zur Abholzung des Parks entschloss, um "bi de Narre im G’spräch z’bliebe." "Magier" Philipp Adelmann gewann den Talentwettbewerb der Schellenwercher gegen die "Herzbuebe" und ein Klempnerteam. Die Schellenwercher-Oldies ließen sich im Gewand von Gemeindearbeitern auf den Mond schießen, um sich dort mit Hebels "Ma im Mond" über die "künstliche Intelligenz im Rathaus" und über die Wohnungsnot im Jahr 2023 auszulassen. Diese herrscht überall, nur nicht in Zell, weil dort eh niemand wohnen wolle. Der "Huusemer Institution", de Helmut Lang, hatten die Hebeldorf-Harmonists am Ende ein ganzes Lied auf den Leib geschrieben, wie übrigens auch ihrem Dorf, mit dem Tenor: "Was gitts Schöneres als Huuse?"