Energiebericht

Der Energieverbrauch der Stadt Rheinfelden geht zurück

Ingrid Böhm

Von Ingrid Böhm

Fr, 06. Dezember 2019 um 08:59 Uhr

Rheinfelden

Es zahlt sich für die Stadt beim Verbrauch von Strom, Wärme und Wasser aus, die öffentlichen Gebäude und Einrichtungen technisch zu optimieren und die Nutzer für den sinnvollen Umgang zu schulen.

Die großen Energieschleudern unter den öffentlichen Einrichtungen sind zwar noch nicht alle im Griff, aber im Energiebericht für 2018 zeichnen sich doch Fortschritte ab beim Energieeinsatz und den Kosten dafür. "Wir sind auf einem sehr guten Weg", ließ der städtische Energieberater Michael Schwarz im Bau- und Umweltausschuss wissen und legte dazu einen detaillierten Faktenkatalog auf. Dennoch gibt es noch viel zu tun auf dem Weg zur Klimastadt. Als gewinnbringend in jeder Beziehung zeichnet sich bereits der Anschluss an das Wärmenetz ab.

Seit über zehn Jahren arbeitet die Stadtverwaltung mit Statistiken im Gebäudecontrolling und das zahlt sich aus, weil die laufende Überwachung der Verbräuche Wasser, Strom und Heizen auch die Möglichkeit gibt, Ausreißer rasch in den Griff zu bekommen. Als wesentliches Erfolgsinstrument erweise sich laut Schwarz die Schulung von Hausmeistern und Nutzern der öffentlichen Einrichtungen. Am Beispiel der Nollinger Halle machte er deutlich, dass es darauf ankommt, Verantwortliche zu haben. Dort lasse sich der enorme Anstieg beim Energieeinsatz fürs Heizen damit in Verbindung bringen, dass ein Hausmeister fehlt, so dass unterschiedliche Nutzer unkontrolliert agieren. Schulung betreibt die Energieberatung auch im Rathaus selbst. Oft sind es nur Kleinigkeiten, auf die es ankommt. Ein Flyer mit Handlungsanweisungen befindet sich gerade in Arbeit.

Weniger Verbrauch beim Heizen

2018 als wärmstes Jahr seit langem habe sich auf den Verbrauch ausgewirkt, erläuterte Schwarz in der Sitzung mit Blick auf die 47 von 56 kommunalen Objekte, die in der Verbrauchsentwicklung erfasst werden. Zum Referenzjahr 2009 wurde etwa 18 Prozent Heizenergie eingespart und das, obwohl mehr Flächen durch Kitas und Mensen dazugekommen sind, so dass die tatsächliche Einsparung noch höher ausfällt. Von der Zielvorgabe aus dem energiepolitischen Leitbild allerdings ist das Ergebnis noch ein Stück weit entfernt. Das sieht 40 Prozent geringeren Wärmebedarf bis 2020 vor.

Im vergangenen Jahr lag der Energieverbrauch für alle städtischen Liegenschaften bei über zehn Millionen kWh. Davon entfallen laut Energiebericht über 6,8 Millionen kWh auf Erdgas. Das kommunale Wärmenetz, das weiter ausgebaut und künftig mit Abwärme von Evonik klimaschonend gespeist wird, hat inzwischen einen Anteil am Wärmemix von 26 Prozent

Rückläufiger Verbrauchswerte

Da mehr eigener Strom in Blockheizkraftwerken und Photovoltaikanlagen erzeugt wird (614.000 kWh) lässt sich ein deutlicher Rückgang beim Verbrauch feststellen. Die Kurve sackte von 3,7 Mio Kilowatt-Stunden im Jahr 2009 auf knapp 2,4 Millionen ab. Das schlägt sich auch in der Kostenrechnung nieder. Im vergangenen Jahr wurden knapp 490.000 Euro gezahlt. 2009 waren es noch 816.000 Euro.

Der ewige Spitzenreiter Freibad beim Wasserverbrauch ist dank umfassender Leitungsreparaturen im Griff. Nicht mal 24.000 Kubikmeter liefen 2018 durch, im Jahr 2014 waren es über 380.000 Kubikmeter. Gleichzeitig wurde 23 Prozent weniger Strom zum Vorjahr verbraucht.

Die Ziele für die Klimazukunft

Obwohl zahlreiche Maßnahmen greifen, lässt sich das energiepolitische Leitbild mit den Klimaschutzzielen von 2011 noch nicht erfüllen. "Wir werden am Thema verstärkt arbeiten", gab Oberbürgermeister Klaus Eberhardt deshalb als Maßgabe heraus. Dieter Meier (CDU) mahnte die Nutzersensibilisierung an und die Schulungen. Karin Paulsen-Zenke befand, dass es sich lohne zu investieren, damit sich etwas verändern kann. Heiner Lohmann (die Grünen) befand aber angesichts der neuen, höheren Klimaschutzziele, eine Strategie zu erarbeiten, denn "es reicht noch nicht".