Projekt zur Bürgerbeteiligung

Der Lahrer Stadtgulden kommt ins Rollen

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Mo, 15. April 2019 um 15:30 Uhr

Lahr

Lahrerinnen und Lahrer können sich mit gemeinnützigen Vorschlägen am Projekt beteiligen. Über die Umsetzung entscheiden Bürger am 12. Oktober.

Seit Februar sind im Rahmen des neuen Projekts "Lahrer Stadtgulden" zur Bürgerbeteiligung bereits 15 Vorschläge bei der Verwaltung eingegangen. Sie reichen von neuen Geräten auf Spielplätzen über eine Boulebahn im Seepark bis zu einer Hundespielweise und einem Street-Soccer-Feld.

Werbeoffensive soll in Kürze starten

In Kürze wird eine Werbeoffensive gestartet. Im Oktober entscheidet dann die Lahrer Bevölkerung, welche Ideen mit bis zu 10 000 Euro gefördert werden.

Die neueste Idee kam beim Kaffee. In der Bürgermeister-Gesprächsrunde im "Süßen Löchle" hat das Lahrer Bähnle wieder Fahrt aufgenommen. Nicht als Verkehrsmittel, sondern als Attraktion. Vor zehn Jahren war der historische "Entenköpfer" auf den Lahrer Urteilsplatz zurückgekehrt. Nun hat sich ein Bürger eine Neuauflage gewünscht.

Der Lahrer Stadtgulden könnte dafür sorgen, dass der Wunsch in die Tat umgesetzt wird. Gut möglich, dass die Idee bald auf der Homepage landet. Es wäre der 16. Vorschlag seit Anfang Februar.

Die Stadt hat 100 000 Euro bereitgestellt

"Wir sind erfreut, dass unsere Idee greift", sagt Bürgermeister Guido Schöneboom. "Für den Auftakt sind wir sehr zufrieden mit der Resonanz." 100 000 Euro hat die Stadt im Rahmen eines Bürgerbudgets bereitgestellt.

Die Idee: Lahrer äußern ihre Wünsche für die Stadt und stimmen dann selbst über deren Umsetzung ab (siehe Info). Dass schon 15 Vorschläge eingegangen sind, obwohl der Stadtgulden bislang kaum beworben wurde, stimmt Schöneboom optimistisch.

Drei Vorschläge sind geprüft und zur Abstimmung zugelassen:

» Spielplatz Pflugstraße Langenwinkel: Der Spielplatz verfügte über viele Spielmöglichkeiten, große Fläche und viel Schatten, schreiben die Antragsteller. Jedoch sei die Rutsche sehr hoch und die Schaukel und Klettermöglichkeiten seien sind nicht geeignet für Kleinkinder. Eine kleinere Rutsche, eine Kleinkindschaukel oder Schaukeltiere und vielleicht ein Kletterangebot für kleinere Kinder wären sehr schön. Kostenschätzung für das Vorhaben: 5000 Euro.

Spielplätze LGS-Gelände: Es gibt dort bislang zwei Spielplätze: das Spinnennetz und den Spielplatz beim Kletterturm. "Leider finde ich beide fast nur für größere Kinder geeignet", heißt es im Antrag. Vorgeschlagen werden deshalb Schaukeltiere, Wippe, Schaukel und eine Rutsche, die für alle Kinder geeignet ist. Kostenschätzung: 10 000 Euro.

» Boule-/Pétanque-Anlage im Seepark: "In unserem herrlichen neuen Seepark ließe sich dieses Spiel für Jung und Alt wunderbar betreiben", schreibt der Antragsteller. Laut Verwaltung gibt es beim Eingang des Bürgerparks bereits Bereiche, die für ein einfaches Boule-Spiel angelegt sind. Allerdings entsprechen sie nicht dem offiziellen Pétanque-Reglement. Kostenschätzung: 10 000 Euro.

Weitere Vorschläge werden noch von der Stadt geprüft, zum Beispiel: Der Sportclub Lahr fände einen Straßenfußballplatz sinnvoll, die inklusive Tanzkompanie "Szene 2wei" könnte ein Budget für Auftritte und Workshops an öffentlichen Plätzen erhalten. Ein Lahrer wünscht sich eine Hundespielwiese, ein weiterer Fahrradparkplätze an der Ecke Dinglinger Torstraße/Vordere Mauergasse. Und nicht zuletzt wird das Trampolin auf dem Landesgartenschau-Gelände vermisst.

Schöneboom rechnet mit 50 Vorschlägen

Bis Herbst rechnet Guido Schöneboom mit mindestens 50 Vorschlägen. Eine Obergrenze gebe es nicht. Der Stadtgulden soll noch deutlich präsenter werden: "In Kürze erhalten alle Haushalte einen Flyer", sagt der Bürgermeister, "und in der Stadt wird es großflächige Aktionen geben."

Langsam steigt die Vorfreude auf den 12. Oktober. Dann haben die Lahrer am Tag der Entscheidung die Wahl. Dieser wird in der Halle im Bürgerpark mit dem Suppenfest verbunden. Schöneboom ist sicher: "Das wird eine spannende Abstimmung."
Das Bürgerbudget

Wer in Lahr wohnt und mindestens 14 Jahre alt ist, kann seinen Vorschlag nach Registrierung auf der Homepage samt Begründung und Bild melden. Die Stadt prüft, ob die Vorschläge umsetzbar sind. Voraussetzungen: Das Projekt muss gemeinnützig sein, darf nicht mehr als 10 000 Euro kosten, muss im Wirkungskreis der Stadt Lahr liegen und rechtlich umsetzbar sein. Dann entscheiden die Bürger, entweder online oder am Tag der Entscheidung am 12. Oktober in der Halle im Bürgerpark. Jeder erhält fünf Stadtgulden. Jeder kann diese auf bis zu fünf Projekte verteilen. Die Ideen mit den meisten Gulden werden dann zügig umgesetzt. Fragen beantwortet Jakob Crone, Tel. 07821/9910051, E-Mail: stadtgulden@lahr.de.

Weitere Infos und die Liste der Vorschläge gibt es unter http://www.stadtgulden-lahr.de