Nachruf

Der Meisterfrisör Günter Amann aus Wehr ist gestorben

Hansjörg Bader

Von Hansjörg Bader

Di, 20. Oktober 2020 um 13:04 Uhr

Wehr

Der international bekannte Wehrer Meisterfrisör Günter Amann starb überraschend im Alter von 79 Jahren. In seiner Schule in Lörrach hatte er 40.000 Frisöre aus allen Kontinenten ausgebildet.

Der international bekannte Wehrer Meisterfrisör Günter Amann ist tot. Er starb überraschend im Alter von 79 Jahren. Der Tod des renommierten und geschätzten Friseurmeisters hat große Trauer in seiner Heimatstadt, bei Fachkollegen, Freunden und Bekannten ausgelöst. Amann heimste summa summarum mehr als 100 bedeutende Preise ein, wie das Fachmagazin "Top Hair" in einem Nachruf schreibt.

Amann, der 1964 im Alter von 23 Jahren in Basel mit dem deutschen Team Weltmeister der Friseure wurde, legte mit diesem Erfolg den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere, die ihn bis in die Spitze des Weltverbandes führte. Mit Fleiß, Können, Talent und viel Ehrgeiz ging er schon seine Lehre im elterlichen Salon an. Jahrgangsbester war er bei der Gesellenprüfung 1958. Die Meisterprüfung brachte ihm zwei Jahre später den Preis des Bundeswirtschaftsministers ein.

40.000 Schüler aus allen Kontinenten ausgebildet

Der Verleihung der französischen Medaille für besondere Verdienste um das Handwerk folgte 1968 die Eröffnung der privaten "Hohen Schule für das Frisierhandwerk" in Lörrach. Die Ausbildungsstätte baute er zur Kaderschmiede für den beruflichen Nachwuchs, aber auch für Meisteranwärter und Führungskräfte der Berufssparte aus. Das Lörracher Lehrinstitut wurde in aller Welt bekannt. Friseure von Ruf gingen aus der Schule hervor. Bis zum Renteneintritt und der Übergabe der Schule an Compagnon und Nachfolger Oliver Bohn hatte Amann 40.000 Schüler aus allen Kontinenten ausgebildet und 2000 Damen und Herren zum Meisterabschluss geführt.

Amanns reiche Berufserfahrung und dessen außergewöhnliche Fähigkeiten machte sich auch Intercoiffure Deutschland zu eigen. Der Verband wählte ihn in den Bundesvorstand. Fast gleichzeitig wirkte er auch im Landesfachbeirat des Friseurhandwerks mit. 1996 wurde Amann Präsident des "Verbandes Künste und Techniken der Friseure (Cat) Deutschlands". Öffentlich geehrt wurde Amann 2003 mit der Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg sowie der Karl-Ludwig-Nessler-Medaille.

Bundesverdienstkreuz nicht nur für seine innovativen Ideen

2010 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Die Auszeichnung erhielt er nicht nur als Anerkennung für seine innovativen Ideen, "mit der er die Frisurenmode weiterentwickelte", sondern auch für sein soziales und karitatives Engagement. Amann setzte sich für die SOS-Kinderdörfer, die Krebshilfe, die Aktion Sorgenkind und für Entwicklungshilfe-Projekte ein.

Obwohl zeitweise Lörrach Amanns Lebensmittelpunkt war, kehrte er seiner Heimatstadt Wehr nie den Rücken. Dort hatte er die Hexenzunft, mit der er gerne Fasnacht machte und dort traf er sich regelmäßig mit seinen Schulkameraden.