Sechster Prozesstag

Ex-Mitbewohner erzählt von Hussein K.s Drogenkonsum

Joachim Röderer, Daniel Laufer

Von Joachim Röderer & Daniel Laufer

Do, 12. Oktober 2017 um 07:30 Uhr

Freiburg

Wie oft war Hussein K. in seiner Gastfamilie? Welche Drogen hat der Verdächtige konsumiert? Am sechsten Prozesstag hat unter anderem sein Mitbewohner ausgesagt. Der Gerichtstag zum Nachlesen.

Richterin Schenk hat die Verhandlung für diesen Tag unterbrochen. Für die Polizisten bleibt keine Zeit mehr. Das Gericht will sie zu einem späteren Zeitpunkt hören. Am Dienstag, 17. Oktober, geht es mit dem siebten Prozesstag weiter.
17.47 Uhr
Vor der Tatnacht habe Hussein K. gesagt: "Ich möchte mich heute Abend gut super berauschen." So zitiert ihn der Mitbewohner. Hussein K. habe die Nummer eines Dealers in seinem Smartphone gespeichert gehabt. Das sei der Mann, den sie im Stühlinger getroffen hätten. "Hussein hat gesagt: Wenn ich den anrufe, bringt er gutes Haschisch."

Verteidiger Glathe bohrt: Habe Hussein K. in dieser Nacht wegen des Cannabis-Konsums oder des Alkohols "geschwankt"? "Normalerweise schwankt man durchs Kiffen nicht", sagt der Mitbewohner. Er selbst könne sich an vieles nicht mehr gut erinnern – wegen des Haschischs.

17.24 Uhr
Der Mitbewohner sagt, er habe ihm gesagt, er solle nicht so viel Alkohol trinken. "Er hat gesagt, wenn er anerkannt wird als Asylsuchender, wolle er so was nicht mehr machen und sich um seine Schule kümmern", sagt der Mitbewohner.

Der Verteidiger will mehr über die Verhältnisse in der Pflegefamilie wissen. "Niemand durfte im Haus Alkohol trinken. Auch nicht Deutsche, die dort gearbeitet haben", so der Zeuge.

Hussein K. soll versucht haben, abends in seinem Zimmer Kirschwein zu brauen – in einem Eimer. "Er hat gesagt, wenn es fertig ist, trinken wir zusammen." Als der Mitbewohner das Getränk probiert habe, sei es aber "noch nicht fertig" gewesen.

17.18 Uhr
"Als Sie zusammen in der Gastfamilie waren, war Herr K. oft weg, haben Sie berichtet", sagt Verteidiger Sebastian Glathe. Wo war er denn, wenn er zehn Tage lang weg war?" Das wisse er nicht genau, sagt der Mitbewohner. Die meiste Zeit bei Freunden. Glathe fragt, wie die Pflegemutter reagiert habe, wenn der Mitbewohner behauptet habe, er wisse nicht, wo Hussein K. sei. Er könne sich an keine Reaktion darauf erinnern, so der Zeuge. Insgesamt sei Hussein K. allerdings mehr weg als da gewesen.

"Ist Ihnen bekannt, ob er öfter weiter weg von Freiburg war, in Karlsruhe oder in Hamburg?", fragt Glathe. Der Mitbewohner sagt, er könne sich nicht erinnern. War irgendwann mal von einem Bordellbesuch die Rede? "Wir haben darüber gesprochen, dass es ein in der Nähe von Stuttgart oder in Karlsruhe ein Haus gibt, mit sieben oder acht Frauen, die wenig Geld verlangen", sagt der Zeuge. "Hussein hat mir davon erzählt und gefragt, ob ich Interesse hätte, dorthin mitzugehen. Ich habe das verneint."

16.52 Uhr
Nach der Festnahme von Hussein K. hat der Mitbewohner auf seinem Smartphone die Chats mit K. gelöscht. "Ich habe ...

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