Altersversorgung

Der steuerfreie Anteil an der Rente sinkt

Jörg Strötzel

Von Jörg Strötzel

Sa, 30. Juli 2022 um 11:00 Uhr

Wirtschaft

Für Rentnerinnen und Rentner gilt grundsätzlich: Sie sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn der steuerpflichtige Teil ihrer jährlichen Einnahmen den Grundfreibetrag übersteigt.

Zum 1. Juli wurden die Renten so stark erhöht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Für Rentnerinnen und Rentner gilt grundsätzlich: Sie sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn der steuerpflichtige Teil ihrer jährlichen Einnahmen den Grundfreibetrag übersteigt. Das betrifft viele, die neben der gesetzlichen Rente weitere Einnahmen haben, zum Beispiel weil sie eine Witwenrente erhalten oder weil sie zusätzlich zur Rente arbeiten gehen. Der Grundfreibetrag lag im vergangenen Jahr bei 9744 Euro und wurde in diesem Jahr auf 10 347 Euro erhöht. Für verheiratete und verpartnerte Paare gilt der doppelte Betrag. Wichtig zu wissen: Für jeden neuen Rentnerjahrgang steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente, seit dem Jahr 2020 um jährlich einen Prozentpunkt. So bleiben für Rentnerinnen und Rentner, die in diesem Jahr in Ruhestand gehen, nur noch 18 Prozent ihrer Rente steuerfrei – der Rest wird versteuert. Deshalb müssen in den kommenden Jahren immer mehr Rentnerinnen und Rentner eine Steuererklärung abgeben – trotz der aktuellen Erhöhung des Grundfreibetrags. Ob man zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, hängt von vielen Faktoren ab, darunter wie viel Rente sie oder er erhält, wie hoch der steuerpflichtige Anteil der gesetzlichen Rente und möglicher weiterer Renten ist, wie hoch mögliche weitere steuerpflichtige Einkünfte sind und ob sie oder er alleinstehend oder verheiratet ist.

Jörg Strötzel ist Steuerberater und
Vorstandsvorsitzender der Vereinigten
Lohnsteuerhilfe (VLH). Die Organisation erstellt die Einkommensteuererklärung für Mitglieder. Beratungsstellen unter http://www.vlh.de