Bundestagswahl 1957

Freiburger Philosoph Marten über den trickreichen Adenauer

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Mi, 26. Juli 2017 um 12:47 Uhr

Deutschland

BZ-Plus Radikalität auf leisen Sohlen: Der Freiburger Philosoph Rainer Marten erinnert sich an das Wahljahr 1957. Konrad Adenauer hielt er vor allem für eines: trickreich.

Keine Experimente!": Der vom Essener Werbefachmann Hubert Strauf ("Mach mal Pause", "Pril entspannt das Wasser") erfundene Wahlslogan für die CDU hat Geschichte geschrieben: Kein anderer politischer Werbespruch war je erfolgreicher. Der greise Kopf von Konrad Adenauer, der sich zum dritten – und noch nicht letzten – Mal als Bundeskanzler zur Wahl stellte, mit der deutlichen Warnung vor einer Veränderung mit unabsehbarem Ausgang darunter: Mit diesem Plakat zog die Union in den Wahlkampf und fuhr mit 50,2 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis ihrer Geschichte ein – ein "bisher" kann man sich an dieser Stelle sparen, denn absolute Mehrheiten sind in der diversifizierten Parteienlandschaft von heute kaum noch denkbar.

"Keine Experimente!": Für den seit Anfang der 1950er-Jahre in Freiburg lebenden Philosophen Rainer Marten, der – "jetzt darf ich das Wahlgeheimnis wohl lüften" – am 15. September 1957 (wie bei allen anderen Bundestagswahlen) nicht die CDU gewählt ...

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