Geschichte

Mein Onkel wollte Adolf Hitler töten

Hermann G. Abmayr

Von Hermann G. Abmayr

Mi, 25. März 2015

Deutschland

Erst Jahrzehnte nach seinem Tod hat Deutschland Frieden mit dem Hitler-Attentäter Georg Elser geschlossen – auch sein Neffe Franz Hirth brauchte lang dafür.

Es ist der 13. November 1939, fünf Tage nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler: Zwei Männer in Zivil durchsuchen die Wohnung der Familie Hirth in der Lerchenstraße im Stuttgarter Westen. "Da im Hinterhaus war das", erinnert sich Franz Hirth. Damals ist er knapp elf Jahre alt. Dann werden der Bub und sein Vater Karl abgeführt. "Sie nahmen meinen Vater in die Mitte. Ich zwei Schritte hinterher." So gehen sie über den Platz, auf dem heute das Kaufhaus Breuninger steht, vorbei am Innenministerium. Das Ziel: das wuchtige Haus, das alle nur "Hotel Silber" nennen. Damals ist dort die Gestapo untergebracht.

Franz Hirth, 86 Jahre alt, ist der letzte noch lebende Familienangehörige, der Georg Elser gekannt hat. 75 Jahre nach dem Attentat geht er nun mit einem Filmteam, das Aufnahmen fürs Haus der Geschichte Baden-Württemberg macht, erstmals wieder den Weg, den er 1939 mit den Gestapo-Leuten gehen musste. "Hier war die Stelle, wo ich von meinem Vater getrennt wurde, ohne Abschied nehmen zu können", sagt Hirth im Eingangsbereich des "Hotel Silber". Er sieht sich um, er schweigt.

Die Gestapo-Beamten gehen mit Karl Hirth, den sie vormittags an seinem Arbeitsplatz im "Hotel Württemberger Hof" festgenommen hatten, die Treppen hoch. Zum Verhör. Auch Hirths Mutter Maria, eine Schwester von Georg Elser, war bei der Arbeit festgenommen worden. Doch das erfährt ihr Sohn erst Monate ...

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