Kunst zum Schauen, Mieten, Kaufen

Die Artothek findet virtuell statt

Georg Voß

Von Georg Voß

Do, 14. Mai 2020 um 15:36 Uhr

Emmendingen

Kunstwerke zum Schauen, Mieten und Kaufen gibt es auch bei der 12. Artothek – aber aufgrund der Coronakrise virtuell. Zu Normalzeiten hätte sie am 16./17. Mai in der Steinhalle stattfinden sollen.

Eigentlich wäre am Wochenende die 12. Artothek in der Steinhalle mit Kunstwerken zum Schauen, Mieten und Kaufen. Damit Kunst weiterhin begeistern, berühren und inspirieren kann, entschlossen sich die Veranstalter angesichts der Coronakrise nun zu einer virtuellen Frühjahrsausstellung.

Auf der neu gestalteten Homepage der Artothek, die ziemlich übersichtlich und angenehm benutzerfreundlich gestaltet ist, gibt es unter dem Menü Bildergalerien die Möglichkeit, Kunstwerke anzuschauen. Die virtuelle Ausstellung auf dieser Homepage ist aber nicht nur am eigentlichen Termin, 16. und 17. Mai, zu sehen, sondern ganzjährig.

Neben der Erkundung des jeweiligen Portfolios führt ein Link zur Kontaktaufnahme der Künstlerin oder des Künstlers, mit Kontaktdaten, Adresse, Telefonnummern, Mailadressen und weiterführenden Links. Alles sehr gut handhabbar. Zudem gibt es Informationen über den künstlerischen Werdegang und erfolgreiche Ausstellungen.

Die Ausleihbedingungen sind ebenfalls auf der Homepage angegeben. Kunstwerke kann man für ein halbes Jahr ausleihen, eine Verlängerung ist möglich. Die Ausleihgebühren richten sich nach dem jeweiligen Verkaufswert.

Die Künstler wollen nicht vergessen werden

Der Reiz, die Originalkunstwerke direkt vor Ort anzuschauen, geht bei der virtuellen Ausstellung ein wenig verloren, ebenso die Möglichkeit, ins Gespräch mit den Künstlern zu kommen. Dennoch hat sich die Artothek für ein gemeinsames Auftreten entschieden. "Es ist schade, wenn wir gar nichts machen", so Annegreet Langer-Zais. "Aber wir möchten auch darauf hinweisen, dass wir eine neue Homepage haben." Mit dem gemeinsamen Auftritt sollen eben auch die Künstler und ihre Werke nicht vergessen werden. "Außerdem ist die Artothek ein kulturelles Ereignis in Emmendingen. So wäre es schade, wenn sie abgesagt werden würde."

Ein virtueller Rundgang durch die Artothek lohnt sich auf jeden Fall. So sind etwa bei Lilli Benkert fruchtige "Orangen" zum Anbeißen. Von Annegreet Langer-Zais sind es vor allem "Metallblumen-Bilder", die die Stimmung der Coronakrise einfangen. Von Nelson Leiva Rivera ist auch ein Selbstporträt zu bewundern. Die Auflösung der Bilder ist gut, so dass auch Details zu erkennen sind. Letztendlich bietet auch die Betrachtung am Bildschirm genügend Spielraum, um die Bilder in Ruhe und ohne Zeitdruck anzuschauen und zu entscheiden, welche Bilder man gerne ausleihen oder auch kaufen will. Wer will, kann auch mehrere Fenster öffnen, um die unterschiedlichen Stilrichtungen und Herangehensweisen an die Kunst zu vergleichen.

Renate Lotsch aus Herbolzheim nimmt zum ersten Mal teil. Sie beschäftigt sich in ihrer Kunst mit Landschaften, Menschen und Tiere als auch mit Plastiken. In der Galerie von Dana Heike Sabo sind Darstellungen des Meeres, von Rosen oder von einem "kleinen Elefant" zu sehen. Bei Johanna Siegel zeichnet sich auch ein breites spannendes Oeuvre ab, von "Wachs-Ölarbeiten" bis zu "Details einer Baustelle bei Nacht". Annette Siegwarths Malereien beeindrucken durch ihre kontrastreiche und intensive Farbgebung, deren Qualität auch am Bildschirm überzeugt. Mit Wolfgang Straube stellt auch ein Fotograf seine Bilder aus. Darunter ist auch die Serie "C’est mon Paris" mit beeindruckenden analogen Aufnahmen und Details von Paris aus dem Blickwinkel eines Fotokünstlers.

Von anderen in den Bildergalerien vertretenden Künstlern wie Elisabeth Brender, Waltraud Graßegger, Hanne Günther, Jens Mellies oder Karin Weiss ist jeweils nur ein Appetizer vorhanden und der Hinweis, dass deren Portfolio gerade erstellt wird. Nichtsdestotrotz sind unter der Rubrik Künstler auch deren Kontaktdaten ersichtlich. Angela Spohr und Werner Schrögendorfer werden noch hinzukommen.

Mittlerweile sind unter dem Dach der Artothek 43 Künstlerinnen und Künstler vertreten. "Wir wünschen uns noch mehr", so Annegreet Langer-Zais. "Was im Herbst ist, steht noch in den Sternen, aber wir bleiben dran."

Info: Bisher sind auf der Homepage präsent: Lilli Benkert, Annegreet Langer-Zais, Nelson Leiva Rivera, Renate Lotsch, Dana Heike Sabo, Johanna Siegel, Annette Siegwarth, Susann Blessing und Monika Süther und Wolfgang Straube.

Hier geht’s zur Artothke: https://artothek-em.de/