Fussball

Die Frauen des SC Freiburg geben alles – und scheitern doch an Turbine Potsdam

Eyüp Ertan

Von Eyüp Ertan

So, 14. April 2019 um 18:05 Uhr

Frauenfussball

Die Erstliga-Fußballerinnen des SC Freiburg unterliegen Potsdam trotz guter Leistung auf eigenem Rasen mit 1:2 und belohnen sich wieder einmal nicht für ihren hohen Einsatz.

1:2 (0:0) haben die SC-Frauen gegen Potsdam verloren: Die zahlreichen Chancen in der Offensive wurden nicht genutzt, Potsdam hingegen zeigte eben jene Kaltschnäuzigkeit, die man beim Sportclub vermisste.

"Und täglich grüßt das Murmeltier" – ein Klassiker der Filmgeschichte, in dem Phil Connors, ein Wetteransager, gespielt von Bill Murray, in einer Zeitschleife feststeckend in seinem Leben immer wieder denselben Tag erleben muss. Ähnlich wie Connors müssen sich wohl die Spielerinnen des SC Freiburg fühlen: Wieder einmal verloren die Freiburgerinnen nach guter Leistung. Trotz des Wetters – der nasskalte Regen kroch in die Knochen der Zuschauerinnen und Zuschauer – hatten viele den Weg ins Möslestadion gefunden. Sie wurden belohnt: Die Bedingungen auf dem Platz waren perfekt für eine intensive Partie, die phasenweise eher an Eishockey denn an Fußball erinnerte.

Noch Fußball oder schon Eishockey?

Auf perfektem Untergrund überbrückten beide Teams das Mittelfeld, nach Ballgewinnen wurden Tempogegenstöße gestartet, die mehr als einmal in gefährliche Abschlüsse mündeten. Es waren keine 15 Minuten gespielt, da hatten die Zuschauer einen abgepfiffenen Treffer, zwei Pfostenschüsse (jeweils gleichmäßig verteilt) sowie drei weitere hochkarätige Torchancen geboten bekommen.

"Wir hatten kein Spielglück, obwohl wir insgesamt die bessere Mannschaft waren" SC-Managerin Birgit Bauer
"Wir haben heute unglücklich verloren. Wir hatten kein Spielglück, obwohl wir insgesamt die bessere Mannschaft waren", sagte SC-Managerin Birgit Bauer nach der Partie. In Durchgang zwei boten die Spielerinnen weiter Hochgeschwindigkeitsfußball, ehe in der 57. Minute Sharon Beck einen Elfmeter versenken konnte. Zuvor hatte die Potsdamerin Felicitas Rauch SC-Spielerin Giulia Gwinn im Strafraum zu Fall gebracht – Schiedsrichterin Mirka Derlin, die über 90 Minuten keine glückliche Figur machte, entschied sich wohl zu Unrecht für die Verwarnung statt für den Platzverweis.

Wer glaubte, die Freiburgerinnen würden dadurch befreiter aufspielen, ihre Möglichkeiten nun konsequent zu Ende spielen, irrte sich. Nur zwei Minuten später der Pfiff im Strafraum der Freiburgerinnen: Nach einem Zusammenprall entschied Derlin erneut auf Strafstoß – die Verwunderung auf Seiten des Sportclubs war groß. Felicitas Rauch, eben noch mit einer Gelben Karte glimpflich davon gekommen, störte das kaum: Sie netzte zum 1:1 ein (59.).

"Es war schön, von Anfang an dabei gewesen zu sein, aber schade, dass wir die Chancen am Anfang nicht genutzt haben", sagte Lena Lotzen, die aus dem Mittelfeld heraus mehr als einmal das Freiburger Spiel entscheidend ankurbelte. Schade war die fehlende Kaltschnäuzigkeit auf jeden Fall: Kurz vor Schluss entschied Lara Prasnikar die Partie zugunsten der Gäste (85.). Wieder einmal belohnen sich die Freiburgerinnen nicht für ihren Aufwand, für ihr ansehnliches Fußballspiel. Es scheint, als würden sie in jedem Spiel von neuem in einer Zeitschleife stecken, aus der kein Ausbruch möglich ist. Phil Connors hat es übrigens geschafft, aus seiner Schleife auszubrechen. Die Hoffnung auf einen ähnlichen Verlauf bei den Freiburgerinnen ist also noch nicht verloren.

Der SC spielte mit: Frohms – Stegemann, Minge, Kirchberger, Lahr – Lotzen (63. Knaak), Naomoto, Hegenauer (C) (87. Sanders) – Gwinn, Beck (70. Fuso), Starke.