Die Krise macht kreativ

Tanja Bury

Von Tanja Bury

Do, 01. Oktober 2020

Titisee-Neustadt

Bauarbeiten im Bildungshaus beendet, neue Kursangebote laufen: Die VHS startet wieder durch.

. Prüflinge raus, Handwerker rein: Im Gebäude der Volkshochschule (VHS) Hochschwarzwald in Neustadt fanden am Vormittag des 10. August noch Tests statt, am Nachmittag waren schon die Bohrmaschinen zu hören. Mit diesen Arbeiten ist jetzt der dritte Bauabschnitt zur Modernisierung des VHS-Bildungshauses zu Ende gegangen. Bislang wurden 260  000 Euro investiert.

Mit dem Umbau des Gebäudes – welches weiterhin der Stadt Titisee-Neustadt gehört – wurde bereits vor zwei Jahren mit dem Austausch der Fenster begonnen. Im Juni 2019 startete dann Bauabschnitt zwei, Kernstück war dabei die Einrichtung eines barrierefreier Seminarraums im Erdgeschoss. Im dritten Bauabschnitt wurden nun in den VHS- Ferien verschiedene Brandschutzauflagen umgesetzt, die sanitären Anlagen im ersten Obergeschoss erneuert und der Gymnastikraum im Keller des Gebäudes modernisiert.

75 der im Herbst/Winter-Semester schon gestarteten 150 Kurse finden im "neuen" VHS-Haus statt. Möglich macht das in Corona-Zeiten ein ausgefeiltes Hygienekonzept. Die Zahl der Kursteilnehmer wurde gesenkt, in den Seminarräumen werden die vorgeschriebenen Abstände über eine neue Bestuhlung eingehalten und im Gymnastikraum sorgt ein sogenannter Mattenplan dafür, dass sich die Teilnehmer bei Yoga, Rückengymnastik und Pilates nicht zu nahe kommen. "Wir bekommen sehr viel positives Echo auf unsere Maßnahmen. Die Teilnehmer fühlen sich sicher", sagen VHS-Chefin Karin Hausmann und ihre Kollegin Claudia Reichmann. "Und die Menschen freuen sich, dass etwas stattfindet." Nach Wochen der Ruhe wieder Leben im Haus zu haben, das gefällt auch Hausmann und Reichmann: "Es ist schön, dass das Telefon ununterbrochen klingelt."

Man habe aus der Krise gelernt und werde die Möglichkeit des Unterrichtens unter freiem Himmel im grünen Klassenzimmer im nächsten Sommersemester verstärkt einsetzen. Der Lockdown habe das Engagement des VHS-Teams nicht gebremst, sondern es noch kreativer gemacht, sagte Titisee-Neustadts Bürgermeisterin und VHS-Vorsitzende Meike Folkerts. Auch was das vorausschauende und gewissenhafte Wirtschaften angehe, sei die Einrichtung vorbildlich: Die Kosten für den Umbau des Hauses wurden aus den über Jahren angesparten Rücklagen der VHS gestemmt, die Kommunen wurden nicht zur Kasse gebeten.