Demokratie

Die Wahl am 20.Oktober wird für Basel ein Superwahlsonntag

Michael Baas

Von Michael Baas

Fr, 23. August 2019 um 08:02 Uhr

Basel

Die Schweiz wählt im Oktober beide Kammern ihres Parlamentes, den National- und den Ständerat, neu. Im Kanton Basel Stadt wird zudem eine Nachfolgerin für die Finanzministerin gesucht

Die Schweiz wählt im Oktober beide Kammern ihres Parlamentes, den National- und den Ständerat, neu. Im Kanton Basel-Stadt kommt es darüber am 20. Oktober zu einem Superwahlsonntag, denn am Rheinknie wird auch die Nachfolgerin der aus der Regierung ausscheidenden Finanzministerin Eva Herzog (SP) gewählt.

Für die zusammen zwölf Nationalratssitze der zwei Basler Kantone bewerben sich laut der provisorischen Listen 269 Männer und Frauen, 135 im Stadt- und 134 im Landkanton. Für die zwei Sitze im Ständerat, die bislang die Sozialdemokraten (SP) Anita Fetz (Basel-Stadt) und Claude Janiak (Baselland) innehaben, treten in beiden Kantonen zusammen bisher neun Kandidaten und Kandidatinnen an, fünf in Basel-Stadt, vier in Baselland. Für den Regierungssitz in Basel-Stadt liegen vier Bewerbungen vor.

Wechsel im Ständerat

Was den Ständerat angeht, ist klar, dass die zwei Kantone künftig neue Vertretungen in die Kammer entsenden werden. Denn sowohl Anita Fetz wie auch Claude Janiak treten nicht mehr an. In Basel-Stadt werden dabei der aus der Regierung ausscheidenden Eva Herzog die besten Chancen eingeräumt – auch weil sich das bürgerliche und nationalkonservative Spektrum nicht auf eine gemeinsame Kandidatur einigen konnte.

Vielmehr bewerben sich die Großrätin Patricia von Falkenstein, die der Liberaldemokratischen Partei (LDP) angehört und von einem Bündnis der bürgerlichen Mitte unterstützt wird, sowie Gianna Halblützel-Bürki fürs nationalkonservative Lager um die SVP. Dazu kommen zwei weitere als chancenlos erachtete Bewerber.

Kritik an Männerlastigkeit

Im Landkanton scheint das Rennen um die Janiak-Nachfolge eher offen. Hier versucht Eric Nussbaumer das seit 2007 von der SP gehaltene Mandat für diese zu verteidigen. Mit den Nationrätinnen Maya Graf, die für die Grünen antritt, und Daniela Schneeberger (FDP) sowie der EVP-Politikerin Elisabeth Augsburger, stehen aber Alternativen zur Wahl, die zumindest einen zweiten Wahlgang erzwingen könnten – zumal es in der Schweiz zuletzt vermehrt Kritik an der Männerlastigkeit des Ständerates gab.

Für den Nationalrat kandidieren in Basel-Stadt 72 Männer und 62 Frauen auf 28 Listen. Dabei treten vier der fünf amtierenden Parlamentarier wieder an: Beat Jans (SP), Christoph Eymann (LDP), Sibel Arslan (BastA!/Grüne) und Sebastian Frehner (SVP); den fünften Sitz hält bisher die SP. FDP und CVP, die 2015 den Einzug in das Gremium verpassten, setzen nun darauf, Sibel Arslan den Sitz wieder abzunehmen.

Das Parteienspektrum ist bunter

Dafür sind sechs Parteien der Mitte eine Listenverbindung eingegangen. Für weitere Farbtupfer sorgt zudem Umweltaktivist Martin Vosseler, der für das Bündnis – Integrale Politik antritt.

Im Baselbiet bewerben sich 75 Männer und 59 Frauen für den Nationalrat. Mit Daniela Schneeberger (FDP), Samira Marti und Eric Nussbaumer (beide SP), Thomas de Courten und Sandra Sollberger (beide SVP), Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP) und Maya Graf (Grüne) treten alle sieben amtierenden Abgeordneten wieder. Als wackelig gilt hier vor allem der Sitz der CVP-Nationalrätin Schneider-Schneiter.

Spannung verspricht auch die Nachwahl zur Basler Regierung, da sich das bürgerliche Spektrum mit der SVP auf eine gemeinsame Kandidatur verständigt hat, um die knappe rot-grüne Regierungsmehrheit zu brechen. Dieses Bündnis schickt die FDP-Politikerin Nadine Gautschi ins Rennen. Für Rot-Grün tritt die Anwältin und SP-Großrätin Tanja Soland an, dazu kommen Katja Christ (Grünliberale) und Rechtsaußen Eric Weber.