Wahl

Dritter Bewerber: Torsten Mundenast will Bürgermeister in Neuried werden

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Mi, 13. Januar 2021 um 21:00 Uhr

Neuried

Mit Torsten Mundenast aus Schutterwald will ein dritter Bewerber Bürgermeister von Neuried werden. Ein weiterer Bewerber will seine Unterlagen am Wochenende abgeben.

Torsten Mundenast kündigt am Mittwochabend in einer Pressemitteilung an, dass er am Donnerstag, 14. Januar, seine Bewerbung für die Wahl des Bürgermeisters in Neuried abgeben will. Der 44-Jährige ist nach eigenen Angaben in Müllen geboren, hat Forstwirt gelernt und danach sein Studium als Diplomingenieur Forstwirtschaft mit den Schwerpunkten Biomasseverwertung und Kommunalwirtschaft abgeschlossen. Sein anschließendes Masterstudium und seine Masterarbeit widmeten sich den Themen nachhaltiges Ressourcenmanagement sowie landwirtschaftliche Biomasseproduktion.

Aktuell arbeitet Torsten Mundenast als Vertriebsleiter mit Handlungsbevollmächtigung bei der Badischen Rheingas GmbH, einem Tochterunternehmen der Badenova. Hier entwickelt er nach eigenen Angaben unter anderem seit drei Jahren Energielösungen für Kommunen sowie für Privat- und Geschäftskunden. Außerdem führt er einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Pferdehaltung im Nebenerwerb. Der 44-Jährige ist Vater von drei Kindern und lebt mit seiner Familie in Schutterwald.
Alle Berichte zur Neurieder Bürgermeisterwahl stehen im Online-Dossier der Badischen Zeitung.

"Ich habe große Lust, die Seiten des Tisches zu wechseln, und eine so besondere Gemeinde wie Neuried in die Zukunft zu führen. Auch weil ich weiß, dass man Veränderungen nur dann herbeiführen kann, wenn man bereit ist, in der Politik Verantwortung zu übernehmen." Allerdings sieht Mundenast auch, dass Politik Persönlichkeiten braucht: "Viele von uns denken, doch, es wäre besser, wären Politiker doch nur weniger glatt. Weniger angepasst. Politik braucht Menschen, die zielorientiert und mutig sind".

Bereits 2014 und 2019 kandidierte Torsten Mundenast als Parteiloser für die CDU für den Gemeinderat Schutterwald. Im Januar 2020 erklärte er seine Mitgliedschaft bei Bündnis 90/Die Grünen. Dazu Torsten Mundenast: "Eine politische Heimat zu finden, war für mich ein längerer Prozess. Dass Grün und Schwarz gar nicht so weit auseinanderliegen, sehen wir an der baden-württembergischen Landesregierung. Außerdem ist die Kommunalpolitik viel stärker an den einzelnen Akteuren orientiert und weniger an den Parteien". Mundenast kandidiert in Neuried nicht für eine Partei, wie er betont.

Mundenast ist Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen

Als wichtigste Aufgaben eines Bürgermeisters in Neuried sieht Torsten Mundenast unter anderem:

- Entlastung junger Familien durch eine verbesserte Kinderbetreuung und Bildung

- ein klimaneutrales Neuried bis 2035 "und zwar so, dass auch die Bürger etwas davon haben"

- die Verbindung der fünf Einzelgemeinden zu einem smarten Netzwerk, da "wirklich alle im selben Boot sitzen"

- mehr Lebensqualität durch ein verbessertes Verkehrskonzept sowie den Ausbau der landwirtschaftlichen Stärken Regionalität und Direktvermarktung.

"Uns steht in diesen unruhigen Pandemie-Zeiten sicherlich der Sinn nach: Könnten wir nicht weiter so machen, wie es vorher war", erklärt Mundenast, "leider geht das aber nicht." Die Corona-Pandemie habe viele Pläne und Szenarien einfach über den Haufen geworfen und werde wirtschaftlich, bildungspolitisch, gesellschaftlich und finanziell noch viel abverlangen. Aber: "Wir können auf jeden Fall das Gute, was bisher in Neuried entstanden ist, weitertragen".

In den kommenden Wochen will Torsten Mundenast unter den Bedingungen des Corona-Lockdowns so viele Neurieder wie möglich treffen, besuchen und ins Gespräch mit ihnen kommen. Weitere Informationen zu Torsten Mundenast gibt es auf seiner Homepage.

Es soll noch einen vierten Kandidaten geben

Der weitere und damit vierte Kandidat wurde nach Informationen der Badischen Zeitung in Neuried geboren und lebt dort mit seiner Familie. Er engagiert sich in der Kommunalpolitik der Gemeinde. Die Bewerbungsfrist läuft bis 25. Januar. Damit zählt das Bewerberfeld bislang vier Kandidaten. Als erster hatte Tobias Uhrich aus Durbach seine Bewerbung abgegeben. Ihm folgte Raphael Jung aus Altenheim.

Die Bürgermeisterwahl ist am Sonntag, 21. Februar. Sollte niemand im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit (50 Prozent plus eine Stimme) bekommen – was bei dieser Konstellation anzunehmen ist – wird am 7. März erneut gewählt. Dann genügt die einfache Mehrheit.

2013 hatte überraschend Jochen Fischer gewonnen

2013 hatte Überraschungskandidat Jochen Fischer gewonnen und Amtsinhaber Gerhard Borchert aus dem Amt verdrängt. Im ersten Wahlgang lag Fischer mit 37 Prozent der Stimmen vor Borchert (31,5 Prozent). Die weiteren drei Kandidaten Martin Jaeckel, Anne Walter und Klaus Brunner waren chancenlos. Im zweiten Wahlgang baute Fischer seinen Vorsprung auf 52,4 Prozent aus, Borchert holte 30,2 Prozent der Stimmen.

Die Wahl im Februar findet turnusgemäß statt. Durch den überraschenden Tod Jochen Fischers im November wird sie vom 14. März auf 21. Februar vorgezogen.