Biologie

Droge der Götter: Um den Fliegenpilz ranken sich viele Mythen

Michael Saurer

Von Michael Saurer

Fr, 01. Mai 2020 um 19:53 Uhr

Bildung & Wissen

BZ-Plus Wenn jemand auf die Schnelle einen Pilz malen müsste, dann käme in vielen Fällen sicherlich ein Exemplar mit roter Haube und weißen Tupfern heraus. Dabei ist der Fliegenpilz ein giftiger Geselle.

Es ist ein Kinderlied, das fast jeder kennt: "Ein Männlein steht im Walde, ganz still und stumm. Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um." Ein Text, der zunächst auf eine falsche Fährte führt. Denn auch wenn am Ende des Lieds die – überraschende – Auflösung "Hagebutte" lautet, so hat der Hörer doch über weite Strecken den Eindruck, das Lied handle von einem der schönsten und farbenprächtigsten Bewohner, die der Wald zu bieten hat: dem Fliegenpilz.

Klar, Steinpilze und Pfifferlinge schmecken den Deutschen, aber wenn jemand auf die Schnelle einen Pilz malen müsste, dann käme in vielen Fällen sicherlich Amanita muscaria, so der lateinische Name des Fliegenpilzes, heraus. Er ist auf Postkarten und in Kinderbüchern gedruckt, ziert Souvenirs und Mitbringsel aller Art, nicht selten ins Kitschige abdriftend, etwa mit einem Gesicht verziert. Er ist viel mehr als eine bloße Pilzart, er ist der Pilz per se, ein Archetypus.

Ein US-Forscher hält Jesus für einen Fliegenpilz
Das mag verwundern. Denn zweifelsfrei ist der Fliegenpilz wunderschön anzuschauen. Aber kulinarisch verwertbar ist er nicht, der giftige Geselle. Das mit dem Gift ist allerdings nicht gar so schlimm, wie es oft angenommen wird. Im Vergleich zu den echten – auch tödlichen – Giftbomben, etwa dem Grünen Knollenblätterpilz oder dem ...

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