Sängerin aus Grenzach-Wyhlen

"Durch das Schreiben verstehe ich, was mich bewegt"

Heinz Vollmar

Von Heinz Vollmar

Sa, 19. Oktober 2019 um 07:08 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Die Sängern Vera Wahl stellt am Samstag in Wyhlen ihre neue CD vor. Es geht um die Suche nach der eigenen Work-Life-Balance. Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Vera Wahl komponierte bereits als Teenager Songs mit der Band "BeTuned". Später sang sie in verschiedenen Chören und seit drei Jahren ist sie mit dem Gospel-Trio "The Clays" unterwegs. Heute stellt sie unter ihrem Künstlernamen "VeraVie" ihre neueste CD "Eigentlich" vor. Darin geht es um die Suche nach der eigenen Work-Life-Balance und dem Leben als Kind der "Millennial"-Generation. Unser Mitarbeiter Heinz Vollmar sprach mit der Sängerin vor der Veröffentlichung.

BZ: Frau Wahl, wie sind sie zur Musik gekommen und was bewegt Sie als Sängerin und Komponistin?
Wahl: Zur Musik bin ich schon als Kind gekommen. Mein Vater ist Gitarrist und hat mich früh mit zu Konzerten genommen. Wenn er zuhause war, lief immer das Radio oder der CD-Player. Er legte Wert auf Musikunterricht, so kam ich auch zum Singen, suchte mir bald schon Bands und Gelegenheiten, aufzutreten. Als Sängerin möchte ich mit meiner Stimme und über die Musik Gefühle ausdrücken und diese mit anderen Musikern und dem Publikum teilen. Bei den Liedern des Albums "Eigentlich" sind zuerst die Texte entstanden. Wenn es eine Botschaft gibt, dann die, dass es uns eigentlich sehr gut geht. Diese Erkenntnis geht aber im Alltag meist unter, weil wir so besessen davon sind, das zu tun, was wir denken, tun zu müssen und darüber manches Mal vergessen, auf uns selber und den Körper zu hören.
Zur Person

Vera Wahl, 33, arbeitet als IT-Beraterin. Sie wohnt im Landkreis Esslingen, kommt aber aus Grenzach-Wyhlen.

BZ: Sie stammen aus einer musikalisch-künstlerischen Familie. Ihr Vater musiziert und ihre Mutter ist eine bekannte Malerin und Kunstschaffende. Welche Rolle spielten sie bei Ihrer musikalischen Entwicklung?
Wahl: Meinen Eltern war es wichtig, dass meine Schwester und ich musikalisch und künstlerisch gefördert wurden. Unser Familienleben war und ist auch dadurch geprägt, dass es immer wieder Ausstellungen und Konzerte gab, bei denen die ganze Familie sich gegenseitig unterstützt und fördert. Mein Vater war bei der Entstehung der Musik zu dem Album "Eigentlich" maßgeblich beteiligt. Das Lied "Ich würde so gern mal wieder" ist durch eine Bilderserie meiner Mutter Jeannette Frei inspiriert worden.

"In Gesprächen und durch Feedback merke ich, dass nicht nur meine Generation die Herausforderungen im Leben hat."

BZ: Welche Erwartung zeigen Sie in Ihren Liedern in Bezug auf Ihre Work-Life-Balance und das Leben?
Wahl: Die Lieder sind sicher erst einmal aus dem entstanden, was mich beschäftigt. Durch das Schreiben verstehe ich, was mich bewegt, mit welchen Herausforderungen ich und meine Generation und unsere Umwelt sich beschäftigen. In Gesprächen und durch Feedback merke ich, dass nicht nur meine Generation die Herausforderungen im Leben hat, sondern auch andere Generationen sich in den Texten und Liedern wiederfinden. Trotz teilweise kritischer Texte ist durch die beschwingte, dynamische Musik ein Werk entstanden, dass einen positiv zum Denken anstößt.

Wie ich schon sagte, ist meine Erwartung, dass wir die "Dinge" auch mal aus einer anderen Perspektive sehen, uns fragen, was uns wirklich wichtig im Leben ist.
Termin

Ihre CD "Eigentlich" präsentiert VeraVie am Samstag, 19. Oktober, um 19.30 Uhr im Bahnhöfle in Wyhlen.