Offenburg

E-Postautos in Flammen und Alarm mitten in der Weihnachtsfeier

Helmut Seller

Von Helmut Seller

So, 08. Dezember 2019 um 16:20 Uhr

Offenburg

Auf ein heißes Wochenende kann die Offenburger Feuerwehr zurückblicken. Erst waren die Einsatzkräfte beim Brief-Frachtzentrum wegen brennender Elektro-Postautos gefordert, nur wenige Stunden später brannte ein Haus in Hildboltsweier.

Den Bewohnern im Veilchenweg – einer Mutter und ihrem erwachsenen Sohn – kam dabei ein besonderer Umstand zugute: Als um 14 Uhr der Alarm runterging, saß die Abteilung Mitte gerade in der Wache bei ihrer Weihnachtsfeier zusammen. Auch wenn diese abrupt unterbrochen werden musste, wurde so doch kostbare Alarmierungszeit gespart.

Warum das Feuer in dem dreigeschossigen Haus ausgebrochen ist und sich schnell ausbreiten konnte, wird derzeit noch von der Polizei untersucht. Die Bewohnerin war mit ihrem Hund spazieren, bemerkte den Brand nach ihrer Rückkehr und schlug Alarm. Weil die Gefahr bestand, dass ihr Sohn sich noch noch im Gebäude befindet, wurde der sogenannte zweite Alarm ausgelöst und Verstärkung angefordert.

"Die Glasscheibe der Haustür war bereits geborsten" Peter Schwinn
Wie Peter Schwinn vor Ort gegenüber der BZ erläuterte, mussten seine Kameraden gegen starke Flammenbildung ankämpfen: "Die Glasscheibe der Haustür war bereits geborsten", so der Offenburger Feuerwehrkommandant. Der Rauch hatte sich bereits bis ins Dachgeschoss ausgebreitet. Atemschutzträger suchten umgehend nach dem vermissten Sohn, der das Gebäude aber wohl schon verlassen hatte. Auf zwei Gebäudeseiten hatte die Feuerwehr Drehleitern im Einsatz, vorsorglich war auch der Rettungsdienst verständigt worden.

Das Feuer war nach bisherigen Erkenntnissen im Erdgeschoss ausgebrochen. Der Rauch hatte sich bis ins Dachgeschoss ausgebreitet, bis auf weiteres ist das Gebäude nach Aussage des Stadtbrandmeisters nicht bewohnbar. Durch das schnelle Eingreifen und die Verfügbarkeit zahlreicher Wehrkameraden konnte indes ein Übergreifen auf Nachbargebäude verhindert werden. Bereits in der Nacht auf Sonntag war die Offenburger Feuerwehr über mehrere Stunden gefordert, um die besonderen Herausforderungen brennender E-Auto-Akkus zu bewältigen.

Totalverlust von drei Fahrzeugen und zwei Ladestationen

Die Wehr war am späten Samstagabend nach einer Brandmeldung in den Bereich des alten Ausbesserungswerks alarmiert worden. Gegen 22.30 Uhr informierte die Leitstelle der Polizei über Feuer auf dem Gelände des Post-Briefzentrums im Offenburger Nordosten. Dort brannten nach Angaben von Feuerwehrsprecher Wolfgang Schreiber drei abgestellte Elektro-Kleinlieferwagen in ganzer Ausdehnung. "Es bestand die akute Gefahr der Gefahrenausbreitung auf weitere Lieferfahrzeuge", so Schreiber.

Atemschutztrupps konnten den Brand zwar schnell unter Kontrolle bringen, jedoch einen Totalverlust von drei Fahrzeugen und zwei Ladestationen nicht verhindern. Mindestens ein weiteres Zustellfahrzeug wurde durch die Hitze beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Akkus erfordern langwierige Kühl- und Löschmaßnahmen

Die Herausforderung für die Feuerwehr bestand darin, die Auswirkungen des Feuers auf den alternativen Antrieb unter Kontrolle zu bekommen. "Die Brandeinwirkung auf die Akkus führte zu einer fortlaufenden chemischen Reaktion", so Schreiber. In dieser Situation seien langwierige Lösch- und Kühlmaßnahmen erforderlich gewesen. Die Brandursache ist noch unklar, der Gesamtschaden dürfte nach Schätzungen auch der Polizei in einem hohen fünfstelligen Eurobereich liegen. Die Feuerwehr war mit neun Fahrzeugen und mehr als 30 Einsatzkräften bis gegen 4 Uhr am Sonntag tätig.