Ein Kompass soll Firmenansiedlungen steuern

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Fr, 20. September 2019

Lahr

WAHLKAMPFTHEMA WIRTSCHAFT: Die Positionen der Kandidatin und der Kandidaten für die OB-Wahl in Lahr.

LAHR (malx). Welche Agenda haben die Kandidatin und die Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl? Wo sehen sie Probleme? Was wollen sie umsetzen? Die Badische Zeitung hat aus den Programmen, aus dem Kandidat-O-Mat und den Äußerungen der Kandidaten ihre Positionen zu verschiedenen Themen zusammengestellt: Heute geht es um das Thema Wirtschaft.

Markus Ibert
Lahrs Wirtschaftskraft muss noch weiter wachsen. Das ist Markus Iberts Ziel. Erreichen will er dies durch die Nutzung des Flughafenareals mit all seinen Möglichkeiten, den Bau eines Güterverkehrsterminals, einen Ansiedlungskompass für Unternehmen, die Förderung der Gründerszene und den Glasfaserausbau. Mit einem Übernachtungs- und Tourismuskonzept will er Gastronomie und Hotelgewerbe gezielt fördern. "Viele Dinge haben ihre Basis in einer guten wirtschaftlichen Entwicklung", sagt Ibert.

Jürgen Durke
Jürgen Durke will den Fokus auf soziale, tierfreundliche und klimafreundliche Unternehmen legen. Der Kandidat der Tierschutzpartei fordert eine bessere Bezahlung sozialer Berufe, will bio-vegane Konzepte in der Landwirtschaft fördern und würde gern mehr Bioläden sehen. Der Ausbau des Breitband-Internets ist Durke wichtig, am Einzelhandelskonzept zum Schutz der Innenstadt will er nicht rütteln. Die Pläne für ein Güterverkehrszentrum sieht der Bewerber der Tierschutzpartei sehr kritisch.

Christine Buchheit
Die Grünen-Kandidatin will die Stadt "attraktiv für moderne Firmen machen". Daher müsse das Tempo beim Breitbandausbau erhöht werden. Sie plädiert für Firmen mit "hoher Wertschöpfung und aus innovativen Branchen", meint damit zum Beispiel Umwelttechnologien. Um die besten Köpfe zu bekommen, seien auch weiche Standortfaktoren wichtig. Dazu gehöre eine lebendige Innenstadt. Das Einzelhandelskonzept trage dazu bei, diese zu schützen. Waren auf die Schiene zu verlagern, begrüßt Buchheit grundsätzlich. Den Bau eines Güterverkehrszentrums müsse man aber kritisch begleiten.

Guido Schöneboom
Schöneboom setzt auf Kontinuität und "gesundes Wachstum". Die ausgewogene Ansiedlungspolitik auf dem Flugplatzareal will er fortführen. Forschung und Entwicklung misst er besondere Bedeutung bei, zum Beispiel mit Blick auf E-Mobilität. Ein Ansiedlungskompass soll dafür sorgen, dass Faktoren wie Wertschöpfung, Digitalisierung und Umweltrelevanz besonders berücksichtigt werden. Die Pläne für das Güterverkehrsterminal will er konstruktiv und kritisch begleiten, gerade beim Umweltausgleich. Im Einzelhandelskonzept müsse der Schutz der Innenstadt weiter Vorrang haben.

Lukas Oßwald
Oßwald vermisst eine vorausschauende Wirtschaftspolitik. Die Logistikbetriebe mit ihrem großen Flächenverbrauch sieht er kritisch, die Pläne für ein Güterverkehrszentrum lehnt er ab. Öffentliche Aufträge würde der Linken-Bewerber am liebsten nur noch an Unternehmen vergeben, die Tariflöhne und Arbeitsstandards einhalten. Oßwald ist der einzige Bewerber, der Händlern außerhalb der Innenstadt wie Thomas Philipps erlauben würde, ihr gesamtes Sortiment uneingeschränkt anzubieten. Er spricht sich auch als einziger für mehr Investitionen statt weiteren Schuldenabbau aus.